13 kritzt, geschliffen oder zermalmt. Der Gletscher lagert dann den gesamten Schutt an seinem Ende in bogenförmigem Wall als E n d ni o r ä n e ab. Die Größe der Gletscher hängt von der Schnee- menge und der Wärme ab. Bei anhaltend hoher Temperatur ist das Abschmelzen stärker als der Nach schub an Eis; der Gletscher schwindet. Eine Zunahme des Niederschlags in fester Form läßt ihn anschwellen und wachsen. Seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts sind fast alle Gletscher der Alpen im Rückgang begriffen. Der Rhonegletscher ist seit 1856 um 1 */* km kürzer geworden. Die heutigen Schwankungen der Gletscher er scheinen geringfügig im Vergleich zuin gewaltigen Rück gang, der nach der Eiszeit eingetreten ist. Damals, in weit entlegener Zeit, lag die Schneegrenze wenig über 1000 m Meereshöhe. Große Eismassen erfüllten die Täler und breiteten sich am Alpenausgang fächerförmig aus; der größte Teil des Mittellandes lag so unter einem Eiskuchen begraben. Wie weit und wie hoch das Eis reichte, ist an den Moränen jener Gletscher und den aus den Alpen herausgeschleppten erratischen Blöcken oder Findlingen zu erkennen. Der Rhone gletscher z. B. erfüllte den südwestlichen Winkel des Mittellandes; er dehnte sich, vom Wall des Jura ab gelenkt, einerseits bis Lyon, anderseits bis unterhalb Solothurn aus; beim Austritt aus den Alpen bedeckte das Eis die Felssohle in einer Mächtigkeit von über 1000 in. Unter dem Druck solcher Eislast nutzte die an der Sohle mitgeschobene Grundmoräne den Fels boden ab; das Gletscherbett wurde ausgeschliffen und vertieft. Während der Fluß allein ein Tal mit V förmigem Querschnitt gräbt, höhlte der Gletscher die Flußrinne zu einem UI förmigen Tale aus, dessen flacher Boden und steile Wände an einen Trog erinnern. Hoch über den schroffen Talwänden liegen sanft ansteigende Schwank ungen. Eiszeit. Eiszeitliche Talfermen.