15 die Alpwirtschaft den schwach geneigten Boden der son nigen Terrassen; hoch über der stark bevölkerten Tal sohle sind hier eine Reihe von Bergdörfern und ver einzelten Sennhütten enstanden. An der Stufenmündung der Seitentäler nützen zahlreiche Elektrizitätswerke und 1 Fabriken die Kraft des stürzenden Wassers aus (die Fabriken von Mels und Flums im Seeztal; das Löntschwerk im Kanton Glarus; die Anlagen im Rhone tal). Zum gleichen Zweck baute mau Kraftwerke an dem Lauf des Talflusses, da, wo er über eine Stufe zum nächst tiefer gelegenen flachen Talstück hinunter eilt. War anfänglich die Industrie auf das Mittclland und den Jura beschränkt, so dringt sie setzt immer kräftiger auch in die Alpentäler ein, die ihr so reichlich Wasser kraft zur Verfügung stellen. Die Zahl der Auswanderer hat seit Jahrzehnten stark abgenommen; der sichere Ver dienst in der Industrie hält die Talbewohner in der Heimat zurück, droht aber auch, der Alpwirtschaft die nötigen Arbeitskräfte zu entziehen. Als Quelle des Er werbs ist neben der Industrie der Reisendenverkehr von weit größerer Bedeutung geworden; darin liegt der materielle Wert der landschaftlichen Schönheiten der Alpen. Die Ufer der Gebirgsseen, die Wasserfälle und Schluchten des Gebirges üben auf das Heer der einheimischen und fremden Besucher eine starke Anziehungskraft aus. Wie die althergebrachte Alpwirtschaft, so faßt die moderne Hotelindustrie auf den sonnigen, aussichtsreichen Höhen festen Fuß. Auf der Sohle der trogförmigen Täler verwehren nicht selten^ die Steilwände den Ausblick zu den Gipfeln und Schneefeldern und erwecken das beengende Gefühl der Abgeschlossenheit (Meiringen, -auterbrunnen); von den sonnigen Terrassen aber schweift der Blick ungehindert in die Gebirgswelt und durch die Täler hinaus. In solch bevorzugter Lage, hoch über dem Dunst und den Nebeln der Tiefe, sind in ^, Neuzeit eine Reihe von Kurorten aufgeblüht; so Glion über dem Genfersee, Mürren und Wengen über Terrassen dörfer. Kraftwerke. Fremd en- mdustrie.