21 an beiden Enden läuft der Faltenjura in einer einzigen Kette aus. Der größere Teil des Berglandes gehört zu Frankreich; das gilt vor allem von der flachen Nord westabdachung. Der Schweizer Jura umfaßt dagegen die höheren Ketten auf der innern Seite des Gebirgs- bogens. Ueber dem Waadtländer Mittelland erheben sich der Mont Tendre zu 1680 in und die Dole zu 1678 in als höchste Punkte im Schweizer Jura; jenseits der fran zösischen Grenze, gegenüber der Stadt Genf, liegt die höchste Stelle des Juras überhaupt, Erbt de la Neige 1723 m. Der Bergwall fällt hier schroff über l000 in tief zum Mittelland ab. Nach Nordosten wird er all mählich niedriger: Der Chasseral noch 1610 in; der Weißenstein bei Solothurn 1294 in; die Wasserfluh bei Aarau 869 in; die letzte, bis in den Kanton Zürich hineinziehende Jurakette, die Lägern, ist 863 w hoch und überragt das Mittelland nur noch um 400 m. Die Juraketten ziehen als wulstförmige (Chaumont) oder durch die Verwitterung gratartig geschärfte Erhe bungen (Chasseral, Lägern) nebeneinander her. Die Gipfel heben sich nur als schwach anschwellende Kuppen oder Kämme über den einförmigen Wall hinaus. Zwischen den Ketten liegen die Längstäler, meist geräumige Mul den, die bei der Auffaltung des Gebirges mit entstanden sind. Ausnahmsweise rücken die Ketten auf kürzere Strecken soweit auseinander, daß Raum für breite Ebenen geschaffen wird, wie die Talebcne von Delsberg und die Mulde des Val de Ruz. Bisweilen gabelt sich ein Berg zug in zwei Aeste, die eine Strecke weit parallel gehen und sich nachher wieder vereinigen; das eingeschlossene Längstal läuft dann, wie der Boden eines Bootes, an beiden Enden ansteigend in spitzen Winkeln aus; so das Längstal von Montier im Berner Jura. Die Gewässer fließen gegen die Mitte des Tales zusammen und finden durch den Querdurchbruch einer Klus den Ausgang. Die Klüsen oder Quertäler durchbrechen als Schluch ten die Bergrücken und stellen eine Verbindung zwischen Längstäler Klüsen