22 zwei benachbarten Längstälern her. Zu den bekanntesten Klüsen zählen die von Court und Montier, diejenige am Ausgang der Schuß aus dem St. Jmmertal (Tauben loch bei Biel), die Balstalerklus, die Schlucht des Seyon quer durch den Chaumont bei Neuenburg und die Klus von St. Sulpice. Sie sind von den Flüssen geschaffen worden. Bei der langsamen Auffaltung des Gebirges vermochte der Fluß im gleichen Maß sein Bett quer durch die Falte einzugraben, wie sich unter ihm der Boden hob; zu beiden Seiten wuchs die Faltung immer höher, während der Flußlauf in seiner frühern Lage blieb. Die Klus ist von dem Längstal stark verschieden. Auf ihrem engen Grund bleibt stellenweise neben dem Bach kaum mehr genügend Raum für die Straße. Schroff anstei gende und kühn geformte Felswände schließen das Tal ein; wie in einem Querschnitt durch das Gebirge liegen hier die verbogenen Felsbänke zu Tage und lassen in schönster Weise den Faltenaufbau erkennen Weil die Klüsen und Längstäler meist im rechten Winkel auf einandertreffen, so müssen die Flüsse und Straßen im Zickzack den Ausgang aus dem Gebirge suchen, wie der Lauf der Birs es zeigt. Nicht überall besteht der Jura aus parallelen Ketten und Tälern. Nördlich des St. Jmmertales im Berner Plateaujura Jura hat die Verwitterung das Gebirge zu einer welligen Hochfläche, dem Plateau der Freiberge, umgestaltet. Im nördlichen Teil der Kantone Basel und Aargau und im Kanton Schaffhausen sind die Jurahöhen nicht durch Auffaltung entstanden; die Kalksteinbänke liegen hier fast Tafeljura wagrecht; es ist der Tafeljura. Tief eingegrabene Fluß täler mit den stark verzweigten Seitentälern zerlegen das ganze Plateau in zahlreiche Bergrücken; so das Tal der Ergolz, das Fricktal und die Täler des Randen im Kanton Schaffhausen. Wald Aus der Ferne gesehen erscheint der Jura als blaues Gebirge. Das rührt von dem Tannenwalde her, der die niedrigen Kuppen vollständig umkleidet und die hohen