23 Ketten beinahe bis zum Kamm hinauf verhüllt. (Jura von jor — Waldgebirge.) In den tiefern und wärmern Regionen mischt sich das helle Buchenlaub unter das dunkle Nadelholz. Die Jurahöhen leiden trotz der reichen Niederschläge an Trockenheit; das Regenwasser sickert in den klüftigen, durchlässigen Kalkboden ein, sammelt sich in Höhlen gängen im Berginnern und kommt erst im Tale als Stromquelle wieder zum Vorschein (Quelle der Birs, der Areuse; die Noiraigue im Traverstall. Die Weiden auf den Bergrücken und an den flachen Stellen der Ab hänge bekommen im Sommer häufig durch die Dürre eine rostbraune Farbe; die Weiden in den Hochalpen dagegen, auf undurchlässigem Boden vom Schmelzwasser des Schnees berieselt, prangen zur gleichen Zeit in saf tigem Grün. Die ausgedehnten Waldflächen an den Steilhalden und auf den Plateauflächen des Jura erfüllen die überaus wichtige Aufgabe, die magere Erdkrume auf dem Felsboden festzuhalten und darin die Feuchtigkeit aufzuspeichern. Das Abholzen der Wälder hätte zur Folge, daß überall der nackte, rissige Kalkfels zu Tage käme; damit würden die Jurahöhen gleich unbewohnbar, wie einzelne entwaldete Kalkgebirge Südeuropas. Auf dem wasserarmen, wenig fruchtbaren Kalkboden erlangt der Ackerbau keine große Bedeutung. Die Gras flächen auf Len Bergrücken dienen meist als Viehweide. Die Sennen bewohnen hier das vereinzelt stehende, charakteristische Berghaus, das in breitem, niedrigem Bau wie auf den Boden geduckt erscheint und Schutz sucht vor der strengen Winterkälte und den rauhen Winden. Der Regenablauf des Daches wird in einen ausgemauer ten Schacht, die Zisterne, geleitet als Wasservorrat für die trockene Zeit. Auf den Jurahöhen ist infolge der spärlichen Hilfsmittel und wegen der Lage abseits vom Verkehr die Volksdichte gering. Volksreich sind dagegen die geräumigen, sonnigen Längstäler. Wiesen und Aecker bedecken den breiten Bo- Wasserarmut Volk und Erwerb