28 Nebel und Bewölkung Winde Wind aus SW u. VV Bise hinaufsteigt, tritt fast plötzlich in eine neue Welt voll Sonnenschein und Wärme. Der Winter ist die klarste und sonnigste Jahreszeit im Gebirge. Zahlreiche Winter- kurorte in den Alpen und auf den Jurahöhen verdanken diesem glücklichen Umstand den starken Besuch. Wenn das Mittelland unter den Winternebeln be graben liegt, erfreut sich die Südschweiz anhaltenden Sonnenscheins. Das südliche Tessin mit den Kurorten Locarno und Lugano hat überhaupt gegenüber der ganzen übrigen Schweiz den Vorzug der geringsten Bewölkung, der größten Zahl sonniger Tage. Nebelarm sind auch das Wallis, Graubünden und die Föhntäler der Nordalpen. Winde. Die Luftströmungen sind einem starken Wechsel unterworfen; daher der launenhafte Witterungs charakter unseres Landes. Bei aller Unbeständigkeit weht doch, wie im übrigen Mittel- und Westeuropa, der Wind am häufigsten aus Südwesten und Westen. Er trägt die Feuchtigkeit vom Ozean her tief ins Festland hinein und führt trübes, regnerisches Welker herbei. In ein zelnen Teilen der deutschen Schweiz kennt man ihn als „Wetterluft"; die dem Regen am meisten ausgesetzte Westfront der Häuser heißt die „Wetterseite" und trägt häufig zum besondern Schutz eine Verkleidung ans Zie geln oder Schindeln. Der Westwind unterbricht die Sommerhitze durch kühle Regentage und verdrängt im Winter zeitweilig den Frost durch das milde Tauwetter. Beinahe ebenso häufig ist der Wind aus der entgegen gesetzten Richtung, aus Osten, Nordosten und Norden, die Bise; sie führt trockene Luft von den großen Land flächen Osteuropas her; sie hellt den Himmel auf und bewirkt im Winter eine durchdringende Kälte. Für beide Winde öffnet die von Südwest nach Nordost ziehende Mulde des Mittellandes eine natürliche Gasse. In der südwestlichen Ecke des Mittellandes weht die Bise stärker und häufiger als im Osten. Wie in einer Enge des Flußbettes das Wasser rascher fließt, so wächst die Stärke