32 höhe 200 cm erreicht. Umso trockener ist, im „Wind schatten", der Südostfuß des Jura, ein breiter Streifen vom Genfersee bis über Schaffhausen und zum Boden see hinaus. Auf diesem tief liegenden Teil des Mittel landes finden die Getreidefelder und Weinberge in der geringen Regenmenge und der hohen Sonnenwärme gut zusagende Bedingungen. Mit dem Ansteigen des Mittel landes gegen die Voralpen nimmt auch die Regenmenge zu. In der Mitte zwischen Jura und Alpen erreicht sie etwa 100 cm, das ist mehr als die Regenhöhe im größeren Teil Norddeutschlands und in der Poebene. Die Alpen heben sich als Gebiet großer Niederschläge von der Umgebung deutlich ab; am Säntis werden 250 cm gemessen. Die Täler der Aare, der Reuß, der Linth und des Rheins sind dagegen nicht feuchter als das Mittelland, weil ihnen die Berge den Regen ent ziehen. Am regenärmsten sind die Talkessel des Wallis und des untern Engadins (Sierre im mittlern Wallis mit 57 cm). Dem Südhang der Alpen geben die starken Föhnregen einen Überfluß an Wasser (Seite 29). Schwankungen Die Zahlen für die Niederschlagsmenge sind Mittelwerte jahrzehntelanger Messungen. Von einem Jahr znm andern er leidet aber der Regen- und Schneefall große Schwankungen. In feuchten Jahren steigt der Niederschlag fast auf das Dreifache der trockenen Jahre an. Im mittleren Wallis ging die jährliche Regenmenge schon auf 30 cm zurück; das ist nur wenig mehr als der Durchschnitt in den Oasen Nordafrikas. So wird es ver ständlich, daß der Walliser gleich dem Oasenbewohner für künstliche Bewässerung seines Bodens besorgt sein muß. Jahreszeitliche Regen fällt in der Schweiz, wenn auch ungleich Bertettung verteilt, zu allen Jahreszeiten. Nordwärts der Alpen ist der Frühsommer die feuchteste Zeit; das Wetter ist dann noch unbeständig, häufig kühl und zum Reisen nicht sonderlich geeignet. In der Südschweiz wiegen die Herbstregen vor, die den Übergang zu den Winterregen des Mittelmeergebietes darstellen.