39 erwiesen, das ganze Einzugsgebiet mit Wald oder mit Rasen zu bepflanzen. Der Waldboden hält bei Regen fällen einen Teil des Wassers zurück und verhindert ein plötzliches verheerendes Anschwellen der Bäche; überdies verwehrt die Pflanzendecke dem rinnenden Wasser, den Boden aufzureißen und die lockere Erde zur Tiefe zu schwemmen. Was die Seitenbäche an Schutt dem Hauptfluß zutragen oder was er selbst durch das Unterwühlen der Ufer abreißt, das schleppt die starke Strömung talauswärts. In flachen Talstrecken und im Vorland, wo das Gefälle geringer wird, genügt die Stoßkraft des Wassers nicht mehr zum Weitertransport der Geschiebe massen; sie bleiben im Flußbett liegen und füllen es auf. In der Hochwasserzeit tritt der Fluß aus und überführt den angrenzenden flachen Boden mit Schutt. Dann windet er sich, in einzelne Arme zerteilt, durch die mit Weiden- und Erlengestrüpp und mit Schilf bewachsene Kieswildnis und durch die Sumpfwiesen der Talebene. „Verkehrswege und Dörfer mieden von jeher die von Überschwemmung bedrohte Talsohle und be vorzugten eine erhöhte, sichere Lage am Rand des Sumpflandes. Die Bemühungen der Anwohner, den Fluß einzudämmen und unschädlich zu machen, hatten keinen dauernden Erfolg. Die Kiesbänke füllten die Wasserrinne zwischen den Dämmen immer wieder aus und verursachten neue Ausbrüche; zudem fehlte es bei den Uferschutzbauten an einem einheitlichen Plane. Erst die großen Flußkorrektionen der Neuzeit legten die Sumpf flächen endgültig trocken und sicherten sie vor neuer Schuttüberführung. Geradlinig gebaute Kanäle schneiden die Flußschlingen ab; im verkürzten Lauf schafft das rascher strömende Wasser das Geschiebe weiter. In einzelnen Fällen wurde der Fluß zur Ablagerung seiner Sinkstoffe in einen naheliegenden See abgeleitet. Während langer Zeit waren die Flußverbaunngen hauptsächlich darauf berechnet, durch eine starke Strömung Schutt transport Überschwem mung Flußkorrek tionen