41 Menschen dienen, als einem natürlichen Zustand ent sprechen. In neuester Zeit wird das natürliche Bild der Bäche und Flüsse immer häufiger gestört durch die Anlagen zur Ausbeutung d e r W a s s e r k r ä f t e. Das große Ausbeulung Gefälle der Flüsse in den Alpen, in den höher gelegenen b» Wasser- Teilen des Mittellandes und in den Klüsen des Jura l “ erlaubt es, in zahlreichen Werken die Strömung des Wassers auszunutzen. Entweder reihen sich die Fabriken dem Flußufer entlang, um die Betriebskraft direkt dem Wasserlauf zu entnehmen; oder es wird durch die modernen Kraftwerke der elektrische Strom dahin geleitet, wo man seiner für die Industrie, für den Eisenbahn verkehr oder zu Beleuchtungszwecken bedarf. Außerdem stehen noch heute wie in alter Zeit zahllose Mühlen und Sägemühlen am Ufer eines Baches, dessen Kraft ihren Betrieb unterhält. Der Kraftvorrat unserer Gewässer ist um so höher zu bewerten, als die Schweiz fast keine eigenen Kohlen besitzt. Die Einfuhr von Kohle aus dem Ausland (vorab aus Deutschland) macht einen Betrag von annähernd 100 Millionen Franken aus. Dieser alljährliche Tribut war ein mächtiger Ansporn zur Ausnutzung der ein heimischen Wasserkräfte durch Elektrizitätswerke; von den Zentralen strahlen die Leitungsdrähte nach allen Richt ungen aus und verteilen Kraft und Licht bis zu den entlegensten Orten. Jedes neue Kraftwerk rückt das Ziel um einen Schritt näher, von den ausländischen Kohlengruben unabhängig zu werden, die bisher dem Auslande entrichteten Summen dem eigenen Lande zu erhalten. Ist die Schweiz auch reicher mit Wasser kräften ausgestattet als manches andere Land, so wird sie darin doch noch von Skandinavien übertreffen; selbst Frankreich ist im Verhältnis zu seiner Volkszahl günstiger gestellt. Von dem Kraftvorrat unseres Landes sind gegenwärtig in Elektrizitätswerken ungefähr eine halbe Million Pferdestärken verwertet. Es läßt sich