58 nur etwa 6%, was vom beackerten Boden 2 /s aus macht. Erst in der neuesten Zeit hat der Wiesenbau ein solches Übergewicht erlangt. Noch zu Anfang des 19. Jahrhunderts konnte sich die Schweiz größtenteils mit eigenem Korn behelfen; einzelne Kantone erzielten sogar einen Überschuß. In den 50er Jahren begann Niedergang *>ie Umwälzung, die einen vollständigen Niedergang des des Getreide- Getreidebaues herbeiführte. Damals kamen allgemein Kuuv die Eisenbahnen auf; sie erleichterten und beschleunigten den Verkehr. Gewaltige Mengen von Getreide gelangten setzt aus den Kornkainmern Osteuropas nach dem Westen, und bald machte sich mit der Hebung der Schiffahrt auch die Zufuhr aus den überseeischen Ge treideländern fühlbar. Die Kornpreise sanken allmählich uni die Hälfte. Der Getreidebau war unrentabel ge worden. So ging die Landwirtschaft zum Wiesenbau und zur Viehzucht über, die dem feuchten Klima des Landes am besten angepaßt sind. Dieser bedeutsame Wechsel im landwirtschaftlichen Betrieb wurde erleichtert und befördert durch die anhaltende Preissteigerung der tierischen Nahrungsmittel: Fleisch, Milch und Milchpro dukte. Der Arbeitermangel auf dem Lande tat ein Übriges zugunsten des Wiesenbaues und der Viehzucht, da sie weniger Arbeitskräfte erfordern als der Brotfruchtbau. Geschichtliches. Bevor der Verkehr der Neuzeit billiges Getreide auf den Markt brachte, waren sogar die Gebirgsgegenden ans Selbstversorgung angewiesen, so kümmerlich auch bisweilen die Ernte ausfiel; denn schlechte Wege, Teuerung und Markt sperren machten die Zufuhr aus dem Flachland unsicher. Ur kunden und Flurnamen beweisen, daß der Ackerbau einst Be deutung besaß, wo er heute nahezu verschwunden ist, wie im Appenzell, in den innern Kantone» und auf den Jnrahöhen. In der Sage von Arnold aus dem Melchtal läßt der Streit um das Gespann Ochsen erkennen, daß einst der Getreidebau selbst im . steilen Melchtal verbreitet war; heute würde man dort keine» Pflug mehr finden. Frühzeitig versuchte» die Bauern,