61 denn hier ganz hinter den Wiesen zurück. Strichweise könnte wohl noch mit Erfolg Getreide gebaut werden; aber die Industrie hat die Arbeitskräfte an sich gezogen und so dem Wiesenbau und der Viehhaltung Vorschub geleistet. Der jährliche Körnerertrag wird auf etwa 50 Ertrag und Millionen Franken geschätzt. Der Wert des Strohs ® mWv macht 30 Millionen Franken aus; es dient vor allem zur Einstreu; ein kleiner Teil findet bei der Stroh flechterei Verwendung. Die Getreideproduklion vermöchte, nach Abzug dessen, was als Viehfutter und Saatgut abgeht, die Bevölkerung des Landes im Jahr kaum mehr auf die Dauer von 80 Tagen zu ernähren. Wäre nicht die Rücksicht auf den Fruchtwechsel und der große Bedarf an Stroh als bestes Streuematerial, so hätte unzweifel haft der Getreidebau noch mehr an Boden verloren. Die Einfuhr von Getreide und Mehl macht (1912) 213 Millionen Franken aus; daran ist der Weizen allein mit 120 Millionen Franken beteiligt. Der Weizen stammt zum weitaus größten Teil aus Südrußland, Rumänien und Kanada, Hafer und Mehl aus Deutsch land. Die Weizensendungen gelangen auf dem See wege nach Genna und mit der Gotthardbahn in die Schweiz. In neuerer Zeit gehen sie infolge unge nügender Transporteinrichtungen in Genua immer häufiger über Marseille-Genf oder um Westeuropa herum den Rhein aufwärts bis Mannheim, und von hier mit der Bahn nach Basel. Der Umstand, daß mehrere Länder sich an der Getreidelieferung beteiligen, sichert der Schweiz eine große Regelmäßigkeit der Zufuhr; hat das eine Land eine Mißernte, so treten die andern in die Lücke. Mit der Verkehrserleichterung der Neuzeit ist nicht nur das Brot billiger geworden; es bewegen sich auch die Preis schwankungen in recht engen Grenzen. Kartoffelbau. Der Kartosfelbau ist in der s . artoffc , n ganzen Schweiz, vorwiegend aber im westlichen Mittel land, verbreitet. Der Ertrag wird zur Volksernährung, zur Herstellung von Branntwein, zu einem großen Teil