63 Öl- und Gespinstpflanzen sind unter der Öl-und Ge- Konkurrenz der Baumwolle, der fremden Öle und des spiunstpfianz-n Petrols fast ganz verschwunden. Die bernische Lein wandindustrie bezieht den Rohstoff meist aus dem Ausland. Weinbau. Dem Weinstock, einem Fremdling auf Wein unserem Boden, werden die mildesten Lagen eingeräumt. Während die Reben in Südfrankreich und Spanien weite Ebenen bedecken, sind sie hier auf sonnige, windgeschntzte Halden beschränkt; das kommt schon im üblichen Aus druck „Weinberg" zur Geltung. Die besten Weinlagen finden sich am Nordufer des Genfersees, im Wallis, im südlichen Tessin, dem ganzen regenarmen und geschützten Südostfuß des Jura entlang bis zu den Rebbergen von Hallau im Kanton Schaffhausen, an der Lägern, im nördlichen Teil des Kantons Zürich und im St. Galler Rheintal. Diesseits der Alpen wird der Weinstock am Rebstickel in wohlgeordneten Reihen gezogen; im Tessin bildet er malerische Weinlauben oder klettert mitten zwischen andern Kulturen an Bäumen empor. Seit Rückgang des Jahrzehnten verliert der Weinbau beständig an Boden. Weinbaues Rebenkrankheiten, eine Reihe schlechter Ernten, die er drückende Konkurrenz der Weine aus den südeuropäischen Ländern, die gesteigerten Bodenpreise und Arbeitslöhne entmutigten die Weinbauern. In den weniger günstigen Lagen ist der Weinbau allmählich verschwunden oder stark zurückgegangen und durch den besser lohnenden Wiesen bau ersetzt worden, Neuerdings pflanzt man sogar in besten Weinlagen an Stelle der Reben Spalierobst und Erdbeeren. Seit 1898 ist im Kanton Ziirich das Reb- land von 4769 ha im Wert von 39,6 Mill. Fr. auf 3236 ha iin Wert von 18,9 Mill. Fr. zurückgegangen. Die Bemühungen, den vollständigen Zusammenbruch des Weinbaus aufzuhalten, werden wohl zu dem Ergebnis führen, daß die besten Lagen Rebland bleiben, während der Weinstock das Feld räumt, wo Klima und Boden ihm nicht ganz zusagen. Im Weinverbrauch, auf die Kopfzahl berechnet (80 1), übertrifft die Schweiz die