64 Ödst meisten andern Länder. Der Ertrag des Reblandes er leidet von Jahr zn Jahr die größten Schwankungen; im Mittel beläuft er sich auf über 1 Mill. Kl. Das entspricht etwa der Hälfte des Bedarfs. 1912 betrug die Einfuhr 11/2 Mill. hl im Wert von 49 Mill. Fr. Die wichtigsten Weinlieferanten sind Frankreich für bessere, Italien und Spanien für im Durchschnitt geringere Sorten. Der Bund unterstützt die Winzer durch Beiträge in ihrem Kampf gegen die Reblaus und andere Schäd linge des Weinstocks. Obstbau. Der Obstbau in den tiefern und mitt lern Lagen des Landes gewinnt ständig au Wert. Unter dem Einfluß der Obstbaumschuleu (Wädenswil) und -kurse macht die Pflege der Bäume und Früchte und die Auswahl der Sorten nach Klima und Bodenart Fort schritte. Die Obstbäume stehen zumeist im gut gedüngten Wieslaud. Ohne nennenswerte Schädigung des Gras wuchses breiten sie ihre Kronen als zweite Etage des Bodenertrages darüber hin Mit dem starten Überwiegen des Wiesenbaus im ostschweizerischen Mittelland nimmt auch die Zahl der Obstbäume zu. Ju den besten Lagen bilden sie einen zusammenhängenden Obstbaumwald, in dessen Grün die Dörfer beinahe versteckt sind. Nicht selten haben hier die Fruchtbäume auch auf dem Acker land Fuß gefaßt. Die dichten Obstgärten gehören zum Bild der ostschweizerischen Kulturlandschaft. Wein und Obst erleiden oft schweren Schaden durch die Spätfröste. Darum ist die Obsternte großen Schwan kungen unterworfen. Im Durchschnitt wird sie auf 55 Mill. Fr. gewertet. Sie bleibt größtenteils im Lande. Mostobst wird nach Süddeutschland ausgeführt. Äpfel- und Birnenmost ist in der Ostschweiz ein allgemein ver breitetes Getränk; mit der Annäherung an die neuen burgischen und waadtländischen Rebgelände tritt er gegen über dem Wein zurück. Baselland, das aargauische Frick- tal und die Seebezirke von Zug und Schwyz schimmern im Frühling im Weiß der Kirschbaumblüten. Die Ernte