71 wirken zusammen, um der schweizerischen Industrie den Wettbewerb mit den begünstigten Küstenstaaten, wie England, zu erschweren. Sie sieht sich vor der Aufgabe, alle Kräfte an solche Gebiete zu setzen, die im Konkurrenz kampf mit dem Ausland noch Erfolg versprechen. Ge naueste Arbeit, technisch vollendete Konstruktion und bestes Material haben dem Maschinenbau einen Weltruf ver schafft und trotz der hohen Transportkosten den Absatz in die fernsten Teile der Erde gesichert. Die Seidenstoff und Bandweberei, die Genfer Bijouterie und die juras sische Uhrenindustrie verarbeiten Rohstoffe, die auf kleinem Raum und bei geringem Gewicht einen großen Wert darstellen; im Verkaufspreis fallen die Transportkosten kaum in Betracht. Noch günstiger verhält es sich in der binnenländischen Industrie mit der Stickerei. Ihre fer tigen Produkte vereinigen hohen Wert auf kleinem Raum; überdies wird vor allem die feine, künstlerische Arbeit bezahlt. Am Verkaufspreis sind Fracht und Rohstoff nur mit einem geringen Betrag beteiligt; beinahe der ganze Erlös verbleibt dem Laude als Arbeitslohn oder als Gewinn der Stickereigeschäfte. Infolge der Nachteile des Landtransportes gegen über dem Seeverkehr kaun die schweizerische Industrie ihren Platz auf dem Weltmarkt nicht durch billige Preise, sondern nur durch beste Qualität der Pro dukte behaupten. Eine Reihe von Staaten bereiten der schweizerischen Schutzzölle Industrie eine weitere Schwierigkeit durch die Schutz zölle. In der Absicht, die eigene Industrie zu schützen und zu fördern, verdrängen sie durch hohe Einfuhrzölle unsere Produkte von ihrem Gebiet. Wollten die Fabri kanten nicht auf den Absatz in diesen Ländern verzichten, so blieb ihnen nur übrig, einen Teil des Betriebes über die Grenze zu-verlegen. Die Basler Seidenbandweberei arbeitet für den deutschen Bedarf jenseits der Grenze auf badischem Boden, um den Zoll zu vermeiden. Die Ma schinenfabriken haben Filialen in deutschen Städten errich