77 Italien und China liefern die Rohseide. Die Seiden raupenzucht in der Südschweiz vermag infolge der aus ländischen Konkurrenz und einer weit verbreiteten Krank heit des Maulbeerbaumes eine nur geringe Menge von Rohseide beizusteuern, die zum Teil an Ort und Stelle gesponnen wird. Die Hauptaussuhr an Zürcher Seiden stoffen geht nach den Vereinigten Staaten und nach England. Was an diesen Waren in der Schweiz bleibt, beläuft sich auf jährlich 8—10 Will. Fr. Immerhin ist der Selbstverbrauch nicht so hoch, da für einen ansehn lichen Betrag Seide an den Fremdenorten verkauft wird. Die Seidenindustrie Basels geht auf die Mitte des 16. Jahrhunderts zurück, da Locarner und französische Hugenotten in der Stadt Aufnahme fanden. Reben der Spinnerei und der Färberei ist das Weben von Seiden bändern, die „Posamenterie", der wichtigste Zweig der Industrie geworden. Die Bandweberei ist außerdem im höher gelegenen Teil Basellands und in den angrenzenden Bezirken der Kantone Aargau und Solothurn verbreitet, wo sie meist als Hausarbeit einen Nebenverdienst zur Landwirtschaft einbringt. Es bedeutet für die Posamen- terie einen schweren Nachteil, daß der Verkauf von Jahr zu Jahr stark schwankt, je nachdem die launenhafte Diode die Seidenbänder begünstigt oder übergeht. Die ins Ausland verkauften Bänder machen alljährlich den Wert von 30—45 Mill. Fr. aus (1918 41 Mill. Fr.). Mehr als die Hälfte davon geht nach England. Die Florett spinnerei Basels erzielt überdies einen Absatz von nahezu 30 Mill. Fr. Inmitten des Stickerei- und Bamnwollbezirkes an der Ostgrenze des Landes trifft man einen besonderen, räumlich beschränkten Zweig der Seidenindustrie. Die Leute im appenzellischen Wolfhaldcn und Lutzenberg weben die Seidengaze, die unter dem Namen Bcuteltuch in der Müllerei gebraucht wird. Hauptabnehmer sind die Ver einigten Staaten und Deutschland. Der Jahresexport hat einen Weit von 5 Mill. Fr. (1912). Die Beutelluch- Ausfuhr Basler Seide Ausfuhr Beuteltuch weberei von Lutzenberg