82 Hausindustrie Wirkungen der Industrie hohe Zölle (60—80%) die Schweizer Uhren zum Schutz ihrer eigenen Fabrikation fernzuhalten. Heute hat beinahe jedes Juradorf seine Uhren fabrik, die «N8iu6». Daneben bestehen auch die Ateliers weiter, als Fabriken im kleinen. Beide nehmen der Hausindustrie die Arbeitskräfte weg; seit Jahrzehnten geht sie stark zurück. Die Zahl der Hausarbeiter ist seit 1883 von 40000 auf 10000 gesunken, während doch in der gleichen Zeit die Zahl der Uhrenmacher überhaupt um '/§ anwuchs. Immerhin wird der Fabrikbetrieb die Hansindustrie nicht ganz zugrunde richten, weil keine Maschine gewisse Handarbeiten, wie das Zusammensetzen, Gravieren und Reglieren ersetzen kann. Der westschweizerische Jura verdankt der Uhren industrie den Wohlstand, der in dem Bild der stattlich gebauten, volksreichen Dörfer zutage tritt. Die kunstreiche, den Erfindergeist anregende Arbeit steigerte die geistige Beweglichkeit und die Unternehmungslust auf allen Ge bieten. Der große Fortschritt wird besonders auffällig bei einem Vergleich der Jndustriegegend mit solchen Juratälern, wo der Bodenbau den einzigen Erwerb der Bewohner bildet. Die Uhrenindustrie hat ein starkes Wachstum der Volkszahl im Jura bewirkt. Sie hat in der Meereshöhe von 1000 m in unwirtlicher Lage Städte wie Chaux-de-Fonds mit 38000 und Locle mit 13000 Einwohnern aufblühen lassen. Alle die jurassischen Jndustrieorte beziehen einen Teil ihrer Lebensmittel aus den benachbarten Gegenden des Mittellandes. Auf diesein Weg fließt von dem im Jura erarbeiteten Wohlstände eine beträchtliche Summe der Landwirtschaft im Mittel- lande zu. Wenn auch der Verkauf der Uhren nicht so den Launen der Mode unterworfen ist, wie die Stickereien St. Gallens oder die Seidenbänder Basels, so wird doch auch die jurassische Industrie von Krisen heimgesucht; sie entstehen meist durch die Überproduktion des modernen Fabrikbetriebes. Solche Zeiten der verminderten Arbeits gelegenheit treffen nicht nur die Judustriebevölkerung mit