84 Strohflechterei Metallindustrie Leinenweberei in der Ostschweiz weit verbreitet. Sie schulte die Arbeiter und Unternehmer für den technischen und kaufmännischen Betrieb der nachfolgenden Bamnwoll- fabrikation und Stickerei. Unter dem Übergewicht der beiden Großindustrien ist das Leinengewcrbe hier ver schwunden. Die Strohflechterei ist hauptsächlich im aar gauischen Freimut zu Hause; sie wird auch in den Kantonen Freiburg und Luzern, in geringem Maß im Tessin betrieben. Sie verarbeitet außer dem einheimischen Weizen- und Roggenstroh auch Roßhaar und ostasiatisches Flechtmaterial und erzeugt Strohbordüren, Strohstickereien aus Roßhaaruntcrlage und Hüte. Die Ausfuhr macht einen Betrag von 16 Mill. Fr. aus (1912) und geht zum größten Teil nach England. Die Strohflechlerei war früher nur Hausindustrie; seitdem mit Webstühlen komplizierte Artikel angefertigt werden, ist sie größtenteils in die Fabriken übergegangen. Als Hausarbeit ist sie nieist Nebenverdienst zur Landwirtschaft und wird vor zugsweise im Winter ausgeübt. Im Anschluß an den Maschinenbau müssen die Herstellung des Roheisens im einzigen Hochofen der Schweiz, Choindez (Berner Jura), und die Gieße reien der v. Rollschen Eisenwerke erwähnt werden. Unter den Werkzeugfabriken ist die von Örlikon am bekanntesten geworden. Die Alüminiumfabriken von Neuhausen, Chippis und Orsieres (beide im Wallis) fabrizieren Aluminium in so großer Menge, daß sie nur von der Produktion der Bereinigten Staaten und Frankreichs übertroffen wird. Verschiedene Städte des Mittellandes bringen die Erzeugnisse der Feinmechanik, die Präzisionsinstrumente, auf den Markt, so Zürich, Aarau, Bern, Neuenburg und Genf; ihnen schließen sich Basel und Schaffhausen an. In der Westschweiz geht die Präzisionsmechanik mit der Uhrenindustrie zusammen, und ebenso kann die Genfer Bijouterie als wichtiger Zweig der Uhrenmacherei gelten. Inmitten des großen