89 der Stadt den Übergang vom Getreidebau zu Wiesen bau und Viehzucht beschleunigte, ist im Abschnitt über die Landwirtschaft gesagt worden. Im ganzen genommen hat der Aufschwung der Förderung der Jndustrie auch den Landbau mächtig gefördert. Mit der randwnijchaft starken Zunahme der industriellen Bevölkerung fanden die Lebensmittel immer besseren Absatz und stiegen im Preise. Die verstärkte Nachfrage spornte zu einem sorg fältigen, auf größten Ertrag gerichteten Bodenbau an und steigerte den Wert des landwirtschaftlichen Grund besitzes. Will der Landwirt seine Erzeugnisse vorteilhaft verkaufen, so muß die Zufuhr aus dem Ausland zurück gedämmt werden; ihm ist mit hohen Einfuhrzöllen auf die Lebensrnittel (z. B. Schlachtvieh. Wein) am besten gedient. Die Industrie dagegen hat ein Interesse an wohlfeilen Nahrungsmitteln; eine teure Lebenshaltung treibt die Arbeitslöhne und damit auch den Preis der Fabrikate in die Höhe und erschwert den Wettbewerb mit der ausländischen Industrie. Gleich den andern Industrieländern muß auch die Schweiz in den Zoll verträgen die einander widersprechenden Forderungen der Landwirtschaft und der Industrie berücksichtigen. Die Industrie unseres Landes beschränkt sich nicht Dezentralisation auf wenige, große Fabrikstädte. Sie hat ihren Weg der Industrie auch auf das Land und in die entlegenen Gebirgstäler hinein gefunden. Hier sind die Bodenpreise niedriger, Lebenshaltung und Arbeitslöhne meist billiger als in der Stadt. Nicht selten bestimmt auch die Wasserkraft eines Baches den Ort einer Fabrikanlage. In einzelnen Jn- dustriegegenden steht beinahe in jedem Dorf eine Fabrik, so im Gebiet der jurassischen Uhrenindustrie. Eine solche Verbindung von Dezentralisation macht es vielen Arbeitern möglich, neben- d-ndb-u und her noch Landwirtschaft zu treiben, als Nebenverdienst und als Gegengewicht zur einseitigen Berufstätigkeit. Die Verbindung von Landwirtschaft und Industrie wird zur Regel in einzelnen Hausindustrien, wie Stickerei, Band- und Seidenweberei. In den beiden letztgenannten