156 Landschaften Volk dem Touristenverkehr einen Zugang zum Schächental und zur Gotthardlinie. Hoch über Linthal steht auf sonniger Bergterrasse der Kurort Braunw ald, bei Linthal selbst an großen Waldungen das Bad Stachelberg. St. Gatten. Gegenüber der Geschlossenheit mancher anderer Kantone umfaßt St. Gallen eine Reihe von Landschaften, die nach Bodengestalt, geschichtlicher Entwicklung und Volksart stark von einander abweichen. Es reicht südwärts ­ in die Täler und zur Hauptkette des Nordalpenzuges ­ hinauf, da wo dessen Ende vom Rheinknie umschlossen ­ wird, und erstreckt sich über die vielgestaltigen und schroffen Bergformen der Voralpengruppen hinweg ­ zu den Molassehügeln am Bodensee; der Ostabfall ­ des Gebietes wird auf der ganzen Strecke von der breiten Talebene des Rheins begleitet. Der Alpenanteil ­ des Kantons St. Gallen gliedert sich durch gut ausgeprägte Tiefenlinien in drei Gruppen; die Talstrecke Seez-Walensee trennt die Bergketten des Saurenstockes und der Grauen Hörner von der Churfisten-Alvierkette, an deren Nordfuß der Paßübergang von Wildhaus und das oberste Talstück der Thur den Säntis als isoliertes, ins Hügelland vorgeschobenes Gebirge erscheinen lassen. Diese Hohenzüge halten eine Anzahl natürlich umgrenzter Landschaften auseinander: Das Seez-Walenseetal mit den vom Nordalpenkamm herabsteigenden Seitentälern (Sarganserland); den Anteil an der Linthebene (Gaster) und den Seebezirk von Rapperswil; das Tal der Thur oder Toggenburg; das Hügelland des nördlichen Kantonsteils ­ in der Umgebung der Hauptstadt (Fürstenland oderalte Landschaft); das Rheintal. Rings von St. Galler Boden umschlossen liegt im Säntis und an dessen Nordfuß der Kanton Appenzell. Wie nach der wechselvollen Bodengestalt zu erwarten ist, besiedeln die 302900 Einwohner die Fläche des