166 Untersees, der sich allmählich zum Rheinausfluß bei Stein verengert. Fünf Staaten haben sich mehr oderweniger bedeutende Uferanteile gesichert: Außer der Schweiz sind es Baden mit Konstanz, Württemberg mit Friedrichshafen, ein schmaler Streifen bayrischen Bodens längs der alten Handelsstraße von Augsburg her mit der Kopfstatiou Lindau und endlich das österreichische ­ Vorarlberg mit Bregenz. An der großen Wasserfläche des „schwäbischen Meeres" läßt sich bei klarer Fernsicht bentlich die Wölbung des Seespiegels infolge der Kugelgestalt der Erde beobachten. Aus der 40 Ion langen Strecke zwischen Lindau und Konstanz wölbt sich der Wasserspiegel 31,4 m hoch über der Geraden (über der Bogensehne). ­ ’ Wer vom Ufer von Lindau aus mit dem Fernglas die Seefläche absucht, dem scheint die Hänserinasse von Konstanz hinter der Wasserwölbung versunken zu sein; nicht einmal die Türme tauchen in den Gesichtskreis empor. Orte am See Die Ortschaften am Seeufer sind aus ehemaligen Fischersiedluugen durch günstige Verkehrslage, Industrie und Landwirtschaft zu ihrer gegenwärtigen Größe und Bedeutung herangewachsen; manche unter ihnen haben in den hart am Wasser liegenden Vierteln den Charaktervoll ­ Fischerdörfern gewahrt. Der Ertrag der Fischerei wird durch den Umstand beeinträchtigt, daß die Nachbarn ­ am rechten Ufer die ganze Seefläche als Gemeingut ­ der fünf Uferstaaten betrachten und mit Vorliebe auf der Schweizer Seite dem Fang nachgehen. Das einstige Fischerstädtchen Arbon ist durch die Stickerei und den Maschinenbau zum volksreichsten Ort des Thurgaus geworden, 10300 E. Rom ans Horn ist ein bedeutender Getreidemarkt; als Endpunkt des Hauptcisenbahnstranges Genf-Bodensee steht es in lebhaftem ­ Schiffsverkehr mit den gegenüberliegenden Uferorten ­ Friedrichshafen, Lindau und Bregenz. 1913 beförderten ­ die Trajektschiffe 85000 Güterwagen über den See. In der Nähe des wichtigsten Bodenseehafens, Konstanz, ­ eröffnet das Dorf G o t t l i e b e n die Reihe der an