182 Freiamt Aaretal Limmattal geregt, der einzelne Stellen in der Umgebung der beiden Orte als ausgedehntes Gartenland erscheinen läßt. Lenzburg, ­ am Fuß eines Felshügels, der das alte Schloß der Grafen von Lenzburg trägt, ist zum Eisenbahnknoten geworden. Hier zieht die Seetalbahn südwärts nach Luzern; am Ufer des Hallwilersees berührt sie Beinwil, das sich an der Tabakindustrie des Wynentales seinen Anteil gesichert hat. Jenseits des Lindenbergs geht das Freiamt der Bünz und der Reuß entlang weit nach Süden bis nahe au den Zugersee. Die Neuß fließt auf flachem, zum Teil sumpfigem, ­ an Gräben und Hecken reichem Talboden und bildet in seinem untern Teil eine Reihe von Schlingen. Im Freiamt beschäftigt die Strohflechterei zahlreiche Arbeitskräfte; ­ ihr Marktort ist das große Dorf Wohlen; an der obern Bünz liegt Muri. Die Brückenstädtchen an der Reuß, Bremgarten und Mellingen, haben im Zeitalter der Eisenbahnen viel von ihrer frühern Bedeutung verloren. Im Aaretal ist Aarau mit 9500 Einwohnern die Hauptstadt; ihre Fabriken liefern u. a. Präzisionsinstrumente. ­ Bei Wild egg zweigt die elektrisch betriebene ­ Seetalbahn ab. Das Schloß Wildegg beherrscht ­ den Eingang zur Talverengerung, in der das Bad Schinznach liegt, überragt vom Schloß Habsburg. ­ Das alte Brückeustädtchen Brugg ist heute ein Eisenbahnknotenpunkt; hier treffen die Aaretallinie und die Bahn von Basel-Bötzbergtunnel zusammen und führen durch das Limmattal nach Zürich weiter (Kartenbeilage III). Unterher Brugg sind die Mündungsstellen der Reuß und der Limmat, da wo die Aare zum Juradurchbruch umbiegt. ­ Beim Dörfchen Windisch befand sich auf talbeherrschender ­ Terrasse der römische Waffenplatz Vindonissa, dessen Amphitheater heute freigelegt ist. Die Limmat durchbricht die Lägernkette in einem Engtal und schneidet dabei eine wasserführende Kalkschicht ­ an; hier treten im Flußbett und am Ufer die