VIII indes ohne sich ihm anzuschliessen. Von der gewissenhaft und besonnen benutzten Statistik gilt dagegen das wichtigere Wort Napoleons I.: „La statistique est le hudget des choses et sans budget point de salut!“ Bei genauerer Kenntnis der Poststatistik würden sicherlich auch viele Miss griffe der Gesetzgebung vermieden worden sein, die in letzter Zeit im Post wesen leider oft von einem übereilten Dilettantismus beeinflusst worden ist und für Publikum, Handel und Gewerbe mancherlei bedauerliche Nachteile im Gefolge hatte. Ich habe den statistischen Tatsachen gerade eine besondere Sorgfalt angedeihen lassen trnd die Wirkungen vielerPortoreformen in langen Jahresreihen genau verfolgt. Die Ergebnisse sind oft sehr lehrreich und beanspruchen besondere Beachtung. Auch für den so oft entbrennenden Streit der Vertreter von Stadt und Land über Bevorzugungen oder Benachteiligungen des einen oder anderen Teiles im Verkehrswesen hat die Statistik das entscheidende Wort zu sprechen. Nur ist sie leider darin sehr lückenhaft. Ich habe indessen durch Berechnung doch manche wichtigen Zahlen gewonnen und bin persönlich in diesen Fragen durchaus nicht Partei. Bei näherer Prüfung fand ich nicht, dass die Städte im allgemeinen bevorzugt werden. Beinahe könnte man das Gegenteil behaupten. Doch es herrschen viele Legenden, die nicht so leicht auszurotten sind. Das vorliegende Buch möchte gerade weitere Kreise für die wichtigen Probleme des Postverkehrswesens Interessieren und sie zugleich darüber unterrichten; aber auch den Fachmännern gegenüber möchte es eine viel fach abweichende Meinung vertreten und begründen. Es wird zur glatteren Lektüre gewiss beitragen, wenn ich einen grossen Teil des Beweisstoffes in die Anmerkungen unter den Text ver legte. An sich sind solche Anmerkungen ja kein reizvolles Beiwerk, aber in einem vergänglichen Buche, das kein literarisches oder stilistisches Kunstwerk sein will, sondern sehr nüchterne prosaische Fragen behandelt, wird man sie mir gewiss gern nachsehen. Wer voll überzeugen will, darf es auch an wichtigeren Nebenbeweismitteln nicht fehlen lassen. Der Nicht fachmann kann so ja gerade um so leichter darüber hinweglesen. Da das angestrebte Welt-Pennyporto nur bei Zustimmung aller Länder des Weltpostvereins zustande kommen kann, so habe ich nicht ermangelt, für die wichtigsten unter ihnen, soweit statistische Unterlagen vorhanden waren, genaue finanzielle Berechnungen aufzustellen, nämlich für 50 Postverwaltungen, so dass die Frage jetzt nach dieser Richtung übersichtlich geklärt dastehen dürfte. Eine Nachprüfung meiner Zahlen kann mir nur erwünscht sein, da kleine Fehler auch bei wiederholter Durchsicht fast nie ausbleiben. Die Lösung der Weltportofrage und der wachsende Weltverkehr drängen aber auch zur Lösung einer weiteren Frage: der der Weltbrief marke und der Weltmünze. Auch diesen habe ich ausführliche Be trachtungen und ebenso wie den Wegen zum Welt-Pennyporto positive Vorschläge gewidmet.