XIV postbentel nur 5 Briefe, in einem anderen nichtamtlichen aber über 10 000. Die Fuhrleute beförderten privatim meist für 1 Penny ihnen anvertraute Briefe weiter. Diese als Manuskript gedruckte Broschüre reichte Hill nun Anfang Januar 1837 der Regierung ein; wie er in seinen Tagebuchaufzeichnungen gesteht, mit der sanguinischen Hoffnung auf baldige Annahme seines Planes und in der Meinung, dass es einer Veröffentlichung im Buchhandel gar nicht erst bedürfen würde. Aber obwohl ihn der Schatzkanzler Spring Rice ganz höflich empfing, zeigte sich doch bald, dass die Regierung einer Einführung dieser Vor- schlage gar nicht geneigt sei. Einige befreundete Abgeordnete und Regierungsbeamte hatte er übrigens auch mit der Schrift bedacht. Eine Genugtuung war es ihm schon, als die Postreformkommission ihn bereits am 13. Februar 1837 als Gutachter über die Londoner Stadt postverhältnisse vernahm und u. a. seinem Vorschläge des versuchsweisen Gebrauchs von Stempelskuverts und aufklebbaren Briefmarken zur Vorausbezahlung des Portos zustimmte. Die Regierung zeigte sich einem solchen Versuche im Londoner Postbezirk auch geneigt. Aber dabei blieb es, und es geschah weiter nichts. Nun erst brachte Hill seine Schrift in neuer. zweiter Auflage auch in den Buchhandel, um an das Publikum zu appellieren, da ihm sein Reformwerk sehr am Herzen lag. Und er fand jetzt ganz überraschende Teilnahme. In wenigen Monaten erschienen sechs Auflagen des Buches, und im Verlaufe des Jahres trat fast die ganze Presse für seine Vorschläge ein. Am 23. November 1837 wurde auf Antrag des Ab geordneten Wallace eine besondere Kommission von 15 Mitgliedern zur Prüfung der Hillschen Ideen eingesetzt. Die Regierung hatte deren Erwägung bereits zugesagt. Zehn Monate vorher noch ein unbekannter Privatmann, war Rowland Hill jetzt eine berühmte Persönlichkeit geworden. Im Parlament folgten zahlreiche Erörterungen seiner Vorschläge. Am 5. Februar 1838 bildete sich zu seiner Freude ein grosser kauf männischer Verein (Meroantile Committee), um für die Einführung des Penny-Portos zu wirken. In der Parlamentskommission, die 63 Sitzungen abhielt, wurden 83 Zeugen gehört und Hill selbst sechs Tage laug ver nommen; aus dem Lande liefen über 2000 Petitionen mit einer Viertel million Unterschriften zugunsten der Reform ein, und am 17. Juli 1838 erklärte sich ein Kommissionsbeschluss bereits grundsätzlich für ein Einheitsporto, fasste aber zunächst nur ein Porto von 2 Pence für 1 / 2 Unze und 1 Penny für jede weitere Vs Unze ins Auge. Zur Abfassung des Kommissionsberichts wurde Hill heraugezogen. Seine Gründe sprachen aber mehr für 1 d als für 2 d, und Volksversamm lungen und Zeitungsartikel unterstützten den wohlfeilem Tarif lebhaft. Schon Ende Mai 1839 erklärten sich der Premierminister Lord Melbourne und der Schatzkanzler bereit, eine Vorlage zur Einführung des Penny-Portos auszuarbeiten. Damals bereits gedachten die Abgeordneten