XVII Am 5. Dezember 1846 trat er dieses Amt an, als „Secretary to the Postmaster General“, wie der Titel noch, heute lautet. Es gab nun zwei nebeneinander stehende „Sekretäre“, und gab daher beständig Reibungen und Kompetenzkonflikte in dieser Zwitterstellung, die den stets zu Kränklich keit geneigten Hill arg aufrieben. . Erst am 21. April 1854 trat sein Widersacher Maberly zurück,, und Rowland Hill wurde alsbald mit dem Höchstgehalt von 2000 £ (= 40 800 M) als alleiniger „Chief Secretary“ angestellt und konnte nun im wesentlichen die Alleinherrschaft führen 1 ). Zum Generalpostmeister, wie es seiner Tüchtigkeit wohl gebührt hätte, ist er freilich nie gemacht worden, obwohl Cobden meinte, in jedem weniger aristokratischen Lande als England wäre er es sicherlich geworden. Doch im wesentlichen war er doch der wirkliche Leiter der Postverwaltung und der ruhende Pol in der Erscheinungen Flucht. Denn als „Secretary“ blieb er stets auf dem Posten, während die Generalpostmeister, deren er sehr viele erlebte, mit jeder Parteiregierung wieder abtraten. Br hat in seiner Verwaltungszeit viele hunderte von Verbesserungsmassregeln und Neuerungen eingeführt und soweit er konnte, Ersparnisse erzielt. Erst am 4. März 1864, durch Krankheit geschwächt und durch Rei bungen mit dem Generalpostmeister Lord Stanley besonders dazu ver anlasst, gab Hill, ein Siebzigjähriger, seine Stelle endlich auf, erhielt aber statt eines Drittels sein volles Gehalt von 2000 £ als Pension, in An betracht seiner besonderen Verdienste, die das Schatzamt in einem eigenen Schreiben an ihn hervorhob. Seine Freunde taten aber noch mehr für ihn. Das Parlament be willigte ihm auf ihre Anregung im Juni 1864 als Nationalgeschenk eine Summe von 20 000 £ (408 000 M), hauptsächlich zur Sicherstellung seiner Familie. Der frühere Generalpostmeister Lord Clanricarde rühmte ihm bei dieser Gelegenheit nach, dass nie ein Staatsdiener eine öffentliche Belohnung mehr verdient hätte, und dass sein Name ln allen Landen fortleben würde. Am 27. August 1879 Ist Rowland Hill gestorben, 84 Jahre alt. Erstaunlich zahlreich erscheinen uns die Sympathiebeweise und Ehrungen des englischen Volkes, die ihm zuteil wurden, und ganz ausser ordentlich das Interesse, mit dem die Kaufmannschaft seine Pläne begleitete und seine Sache stützte. Schon bei der Veröffentlichung seiner Broschüre erboten sich mehrere, deren Kosten mit zu tragen. Der Abgeordnete Wallaoe war stets sein guter Engel. Die Einwohner von Wolverhampton, wo Hill in der Jugend gelebt hatte, stifteten ihm schon im September 1839 einen silbernen Kandelaber als Zeichen der Anerkennung; die von Glasgow be- * r ) Von Interesse mag die Feststellung sein, dass der „Secretary to the Post Office“ auch heute noch das gleiche Gehalt bezieht (2000 £j. der „Second Secretary“ 1400 £. die „Assistant Seoretaries“ 1000—1200 £. der Generalpostmeister aber 2500 £, der erste Lord des Schatzes und der Schatzkanzler je 5000 £,. Die deutschen Gehälter sind niedriger; der Staatssekretär des Beiohspostamts (Qeneralpostmeister) empfängt 80 000 M Gehalt und 14 000 M Ropräsentationsgelder, der Unterstaatssekretär („Secretary“) 20 000 M, die 8 Direktoren im Beichspostamt („Assistant Secretaries“) je 15 000 M (dazu Wohnungsgeldzuschüsse).