XXIV Dieses Mannes, der zuletzt zwar ganz in seiner Aufgabe aufging, aber doch vielseitig veranlagt und gebildet und ein wohlwollender, warm herziger Mensch war, wollen wir uns am 10. Januar 1910 erinnern und seiner sowie seiner Nachfolger im Geiste aufs neue gedenken, wenn das Weltpennyporto künftig in Kraft tritt. im Verkehr mit den Kolonien durchsetzte und auch für ein Welt-Pennyporto eintrat, hat sich in seinem Vaterland© auffallender Ermunterung und Unterstützung erfreut. Die halbamtliche „Deutsche Verkehrszeitung“ (1899, S. 276) schrieb dazu: „Dem englischen Volke kann man nicht nachsagen, dass es seine Männer, welche nach der all gemeinen Meinung um das Gemeinwohl in irgend einer Weise sich verdient gemacht haben, nicht genügend ehre. Vor kurzem hat die Stadt Canterbury ihrem Parlaments vertreter Henniker Heaton wegen seiner Verdienste um die Einführung dos Penny- portos im Verkehr des Mutterlandes mit einem grossen Teil der britischen Kolonien das Ehr on bür ge rr echt verliehen. Die Urkunde wurde in einem aus Eichenholz von Canterbury gefertigten Kästchen übergeben, auf dessen Deckel sich ein silberner Merkur befindet, der einen Brief mit einer Penny-Marke in der Hand hält. Die Presse hatte Henniker Heaton bei Einführung der Portoreform in überschwänglicher Weise sogar mit Robert Peel und Rowland Hill verglichen.“ (Siehe auch Archiv f. Post u. Telegr. 1899, S. 794). Vielleicht wird ihm auch noch eine Dotation und das General - postmeisteramt zuteil, wer kann es wissen. Die „schenkende Tugend“ scheint gross in Grossbritannien, die Blume der Dankbarkeit muss doch wohl von Zeit zu Zeit immer noch blühen, wenn auch Shakespeare, der grosse Brite, in seinem „König Lear“ und „Timon von Athen“ in düsterer Schwermut ergreifende Klagelieder über die Undankbarkeit des Menschengeschlechts angestimmt hatte, die anscheinend erfahrenen Bitternissen des eigenen Lebens entsprungen waren. Es ist von völkerpsychologischem Reiz, sich solche Tatsachen hier in Erinnerung zu bringen. Denn auch zu Reformen und Erfindungen gehört stets das, was Thukydides und Montecuouli als den Nervus rerum der Kriegführung hervorhoben. Weitere Bei spiele über das Los von Erfindern findet man in meinem Buche „Patentgesetzgebung und Erfinderschicksale“ (Berlin 1906, S. 14—28).