3 l* lagen zu einem Welt-Postverein“ 8 ) für das In- und Aus land den gleichen Portosatz von 6 Kreuzern 3 4 ), also etwa 20 Pfennige in heutiger Reichsmünze, als einheitliches Pernporto (über20Meilen, d. h. 150 km) vorgeschlagen. Doch würde man immer noch irren, wenn man nun glaubte, dass bei ihm diese Idee zum allerersten Male in der Welt in die Er scheinung tritt. Nein, sie wurde hier bloss neu gefunden und be gründet, offenbar ohne Kenntnis früherer ähnlicher Tatsachen. Ein gleich hohes Einheitsporto für Briefe nach dem In- und Auslande hat es nämlich früher bereits einmal gegeben; es war damals also nicht bloss geplant, es war vielmehr lange Zeit hin durch Wirklichkeit. In Österreich bestand — anscheinend schon seit Anfang des 18. Jahrhunderts —• ein einheitliches Brief porto von 6 Kreuzern für den einfachen Brief ohne Unter schied der Entfernung sowohl für das Inland wie nach dem Auslande. 5 ) Die eine Hälfte (3 Kr.) musste bei der Aufgabe, die andere Hälfte des Portos (3 Kr.) bei der Abgabe entrichtet werden. Durch Patent vom 12. Juni 1722 wurde das Inlands porto dann auf 8 Kreuzer erhöht, so dass das Auslandsporto (6 Kr.) also wohlfeiler war. Vom 1. Juni 1750 ab wurde das gesamte Porto erst bei der Zustellung erhoben und auch das Auslandsporto auf 8 Kr. erhöht, ausgenommen für Briefe nach Toskana, Mailand, Mantua, Tirol, Vorderösterreich, den öster reichischen Niederlanden und dem Römischen Reiche. Eür diese blieb das 6. Kr.-Porto bestehen. Erst im Jahre 1810 wurde das Briefporto in Österreich, nachdem die Einheitssätze mehr fach erhöht worden waren, in ein mehrstufiges Entfernungs porto umgewandelt, das dann noch weiter verschlechtert wurde, 3 ) Näheres u. a. in der dänischen Broschüre: „Suum cuique!“ von E. P. Kannik (Kopenhagen, 1907). 4 ) 1 südd. Kreuzer von damals (60 auf 1 Gulden) war etwa 3,5 Pf. von heute wert. B ) Näheres in dem nach amtlichen Quellen bearbeiteten Buphe von Alois Dessary: „Die österreichische Postverfassung“ ("Wien 1848), S. 16f. Zum Nachweise dessen, dass auch schon vor Kowland Hill ein billiges Einheitsporto für alle Entfernungen bestanden hat, wurde bereits von Stephan in seiner „Geschichte der preussischen Post“ (1859, S. 530) auf Dessary ; hingeWiesen, doch hat er die Sätze für das Ausland nicht be sonders hervorgehoben und teilweise auch unrichtig wiedergegeben.