5 vertrieb von 0,25 auf 0,5 Pfennig erhöht. Und schon diese Erhöhung um 1 /i Pfennig hatte einen erstaunlichen Rückgang des Verkehrs zur Eolge, wie inan der Reichs poststatistik entnehmen kann, während vorher regelmässig eine jährliche Zunahme stattfand. 1905 wurden nämlich 251,18 Mil lionen Zeitungsbeilagen befördert, 1906 aber bloss 235,54 und 1907 gar nur 174 Millionen oder um 30 °/o weniger als 1905. Da die Zeitungsbeilagen des EernVerkehrs durch ihre vielen Anzeigen Angebot und Nachfrage mit Hilfe des Brief postverkehrs in Verbindung bringen, so bedeutet ihr Rückgang zweifellos auch eine Schmälerung des Briefverkehrs. Stephan hatte in seiner den Weltpostverein vorbereitenden Denkschrift über den „Allgemeinen Postkongress“ vom Jahre 1868 für Briefe auch schon einen niedrigeren Satz als den jetzigen vorgeschlagen, nämlich 20 Centimes (16,2 Pf.), und das zu einer Zeit, wo das inländische Porto in vielen Ländern nicht niedriger, sondern höher war. Schon damals ist ihm jedenfalls eine möglichste An näherung des Auslandstarifs an den Inlandstarif der meisten Staaten erstrebenswert erschienen. Aber das Bedürfnis nach wohlfeileren Weltportosätzen hat sich bald, gar nicht so lange nach der Gründung des Welt postvereins, in zahlreichen Ländern selbst geltend gemacht. Denn deshalb sind ja so viele neue Sonder-Postvereine innerhalb des Weltpostvereins entstanden, in denen die vertrag- schliessenden Staaten sich gegenseitig im Wechsel verkehr oder im Grenzverkehr das inländische Porto oder einen ermässigten Tarif gestatten. Die Zahl solcher Postvereine ist viel grösser, als allgemein bekannt ist. 0 ) Aus dem gleichen Grunde haben die Kolonialreiche für den Verkehr in ihrem gesamten Besitze einschliesslich des Mutter landes oder auch manche Kolonien untereinander grosse Kol onialpostvereine gebildet. 6 7 ) Auch nach den eigenen Postanstalten in weniger geordneten fremden Ländern gilt ge wöhnlich das inländische Porto. Der grösste Kolonialpostverein 6 ) Vgl. tmten S. 55. 7 ) Vgl. unten S. 46 u. 263 ff.