7 Bochum, den 31. August 1914. An Seine Exzellenz Herrn General der Kavallerie Freiherrn von B i s s i n g, stellvertretender Generalkommandeur des 7. Armeekorps in M ü n st e c. Leider sehen wir uns veranlaßt. Eurer Exzellenz einen ähn lichen Fall zu unterbreiten, wie er vor kurzem in der Militär werkstätte in Lippstadt vorkam, zu dem Eure Exzellenz in dankenswerter Weise durch öffentlichen Anschlag Stellung nahmen. Das veranlaßt auch uns, mit dem nachfolgenden Fall uns vertrauensvoll an Eure Exzellenz mit der Bitte zu wenden, auch den gemaßregelten Bergleuten nach Möglichkeit helfen zu wollen. Die Lippische Bergverwaltung hat sich schon vor zwei Jahren an den streikenden Bergleuten dadurch schwer gerächt, daß sie Hunderte von ihnen aussperrte. Diese mußten Haus und Hof verlassen und meist nach Westfalen auswandern. Jetzt soll nun zwar ein Teil dieser Ausgesperrten „vorläufig" zur Arbeit ange- nominen werden, aber ein Teil, jedenfalls diejenigen, welche Vertrauensleute ihrer Kameraden in unserem Verbände waren, sollen auch jetzt noch gemaßregelt und ausgesperrt bleiben. Die Verfügung der Lippischen Bergverwaltung lautet: „Fürstlich Schaumburg-Lippische Hofkammer. Nr. I. 8860. Bückeburg, den 18. August 1814. In Verfolg des gefälligen Schreibens vom 10. d. teilen wir Ihnen ergebenst mit, daß das Gesamtbergamt in Obernkirchen An weisung erhalten hat, bei der gegenwärtigen Lage, wo der politische Hader ruht und dre Angehörigen jeder Partei bestrebt sind, ihr Bestes einzusetzen, um dem bedrängten Vaterlande zu helfen, die ausgesperr ten Arbeiter nach Möglichkeit vorläufig zur Arbeit wieder anzunehmen, falls sic Willens sind, in Zukunft treu zum Werke zu stehen. Aus geschlossen von dieser Vergünstigung sollen nur solche Arbeiter werden, welche sich früher durch eine besondere Agitation gegen das Werk her vorgetan haben und von denen anzunehmen ist, daß sie nach ihrer Ein stellung von neuem den Frieden zwischen dem Werk und seiner Beleg schaft stören würden. gez.: Freiherr von Kappher. An Herrn Amtsgerichtsrat Dr. Brunstermann in Stadthagen." Was der erste Teil gut macht, stößt der letztere nicht nur um, sondern schafft neue Verbitterung, weil nicht nur die Ver-