11 Wir verweisen hierbei auf die Beschlüsse und ihre Begrün dung, welche auf dem dritten Kongreß der Kaliarbeiter zu -Ostern 1913 in Hannover vorgenommen wurden und welche in einem gedruckten Protokoll von den unterzeichneten Verbänden dem Hohen Bundesrat und dem Reichstage im Mai vorigen Jahres zur Kenntnis gebracht worden sind. In die geplante Kaligesetznovelle müssen weit bessere Schutz vorschriften für die Arbeiter hineingebracht werden. Den jetzt so ungenügenden Schutz zu beseitigen, wie es ein Teil der Unter nehmer wünscht, wäre wirklich ein Verbrechen an der Arbeiter schaft. Die vorstehende Lohnstatistik ist dafür Zeuge. Aus all diesen Wünschen bitten wir den Hohen Bundesrat, solchen Wünschen, wie sie in Nr. 187 der „Industrie" veröffent licht wurden, nicht Gehör zu schenken und diesen Arbeiterschutz nicht zu beseitigen, sondern wir bitten, die oben genannten Be schlüsse des Kaliarbeiterkongressess in Hannover tunlichst bald berücksichtigen zu wollen. Es zeichnen ehrerbietigst Verband der Bergarbeiter. Verband der Fabrikarbeiter. Verband der Maschinisten und Heizer. Die Kaliinteressenten haben einen weiteren Vorstoß gegen die Schutzbestimmungen des Kaligesetzes nicht unternommen und geht man wohl nicht fehl in der Annahme, daß sie nach obiger Eingabe, die veröffentlicht wurde, einen zweiten Versuch nicht mehr wagten. Bochum, den 3. Oktober 1914. An das Ministerium für Handel und Gewerbe zu Händen Sr. Exzellenz v. Sydow, Berlin. In der dem ergebenst Unterzeichneten gewährten Audienz vom 25. September d. I., in welcher ich Ew. Exzellenz Beschwerde über Lohnkürzungen, Schichtverlängerungen usw. in den Berg revieren vorzutragen mir erlaubte, baten mich Ew. Exzellenz um nachträgliche schriftliche Bestätigung dieser Mißstände. Nachdem nunmehr nähere Angaben hierüber seitens der Bezirksleiter unseres Verbandes der Bergarbeiter vorliegen, erlaube ich mir, diese gewünschten Angaben Ew. Exzellenz zu unterbreiten. Im Oberhausener und Duisburger Revier wird auf vielen Zechen darüber geklagt, daß auch ganz neue nicht eingearbeitete Leute als Lehrhauer vor die Betriebspunkte