bergbau übliche Arbeitszeit länger und die Löhne relativ niedriger seien. Die meisten anderen Arbeiter,, welche sich meldeten, hätten nach wenigen Tagen die Arbeit wieder aufgegeben mit der Angabe, die Arbeit sei ihnen zu schwer und der Lohn zu gering. Auch mit den Arbeitern aus den Ziegeleibezirken der Oderniederung habe man schlimme Erfahrungen sammeln müssen. Es wird dann in der Begründung noch fortgefahren, daß. man bei Einstellung von Arbeitern aus anderen Industrien aus alter Erfahrung diese nur zu leichten Arbeiten heranziehe, es zeige sich aber immer wieder, daß diesen Leuten die Gruben- und A b r a u in a r b e i t zu schwer sei. Hauptsächlich passe ihnen diese Arbeit nicht wegen des im Braun kohlenbergbau überall vorhandenen Schmutzes. Aus dem Baugewerbe hätten sich einige Arbeiter gemeldet und wären für den Grubenbetrieb angenommen worden. Es seien das meist ältere und schwache Leute gewesen, die, wie man be obachtet habe, Trinker waren und öfters fehlten. Es wird dann in der Eingabe des genannten Vereins noch ausdrücklich und allgemein bestätigt, daß die Schwierigkeit der' Arbeiterbeschaffung für den Braunkohlenbergbau darin liege, „daß es sich bei den Kohlengewinnungsarbeiten im Tagebau und bei den Abraumarbeiten um eine schwere Handarbeit handelt, die b ei jeder Witterung im Freien verrichtet werden (tut ß." Deshalb seien.zahlreiche Aus länder, größtenteils solche österreichisch-ungarischer Nationalität^ namentlich Ruthenen, beschäftigt gewesen, welche infolge der Mobilmachung in ihre Heimat mußten. Aus all diesen Gründen werden russisch-polnische Gefangene für diese Arbeiten verlangt. Das bisherige Verbot, solche in der Industrie zu beschäftigen^ soll deshalb für die Dauer des Krieges aufgehoben werden. Schließlich wird in der Eingabe auch noch darauf hingewiesen, daß die aus militärischen Gründen etwa notwendige Ueber- wachung der aus den Gefangenenlagern stammenden Leute sich ohne Schwierigkeit auf den Werken durchführen lasse, denn es seien Kantinen vorhanden, in denen die Ausländer geschlossen untergebracht und beaufsichtigt werden könnten. Wir bitten E w. E x z e l l e nz dringend, dieser Eingabe des Deutschen Braunkohlen-Jndu- st r i e - V e r e i n s nicht Folge zu l e i st e n. II n b falls bis jetzt Genehmigung zur Beschäftigung solcher russischen Gefangenen erteilt worden sein sollte, diese wieder zurückzuziehen. (Es geht uns soeben die Mitteilung aus dem Senftenberger Braun kohlenrevier zu, daß auf Grube Bertha in Rauno bereits 26 ge-