42 die Krankenziffern sind in vielen Bergrevieren schon längst auf 60 und 70 Prozent gestiegen , so ist es sehr Wohl begreiflich, wenn dieser vielfach ausgeübte Zwang zum Verfahren von an strengenden Ueber- und Doppelschichten teils unter gleichzeitigem relativen Lohnrückgang große Unzufriedenheit und Mißstim- inung unter den Bergarbeitern hervorruft. Der Lohn pro übliche Schicht ist nach den Mitteilungen der Arbeiter bis in die neueste Zeit noch zurückgegangen. Von geringem Mehr- verdienst ist nur auf einigen Zechen die Rede. Trotz lleber- schichten verdienen viele Bergarbeiter kaum den Lohn pro Monat wie vor dem Krieg. Die Bergarbeiter haben bisher Ivohl in allen Revieren schöne und große Opfer gebracht für die Familien der im Felde stehenden Krieger. Die beiliegende Tabelle gibt Aus kunft darüber, wo und in welcher Höhe die Unternehmer nnd Arbeiter im Bergbau solche Opfer brachten. Damals aber, als bei Beginn des .Krieges liier die Art und Höhe der Lohn abzüge zu solchen Unterstützungszwecken beraten wurde, ist den Arbeitern meistens offen gesagt oder wenigstens zu verstehen ge geben worden, daß die Löhne während des Krieges nicht zurück gehen würden. Auf vielen Zechen ist das aber trotzdem der Fall. Teilweise sind die Kohlenpreise schon stark ge stiegen und teilweise treten Erhöhungen spätestens am 1. April d. I. ein (westfälisches Kohlensyndikat und Saargebiet). Auch das ist den Bergarbeitern bekannt. Daher will es ihnen nicht in den Kopf, daß sie setzt pro Schicht weniger verdienen als vor dem Kriege. Die Umfrage des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands im Januar ergab folgendes Resultat: Vom Bergrevicr Hamm wird berichtet, daß die Schichtlöhne fast durchgängig um 20—80 Pf., die Gedingelöhne fast durch gängig um 10 Pf. pro Wagen niedriger sind als vor dem Kriege. Es wurde zwei- bis dreimal wöchentlich eine halbe Ueberschicht Verfahren. Man verweigert denjenigen Arbeitern, welche nicht mitmachen wollen, teilweise die Ausfahrt und droht mit Nachteilen. Dieselben Klagen über Drohungen wegen Ueberschichten konunen aus den Revieren Dortmund. Da wird von der Zeche Preußen II gemeldet, daß die Arbeiter, welche keine halbe. Schicht länger arbeiten wollen bezw.. nicht mitmachen können, dann bei der Ausfahrt schikaniert werden. Sie müssen alle auf meist schlechten Fahrwegen nach der ersten Sohle und von da erst dürfen sie ausführen. Von Zeche Preußen l und Viktoria sind eine ganze Anzahl Bestrafungen gemeldet, weil die Leute keine Ueber-