— «4 - An die Deutsch-Luxemburgische Bergwerks- und Hütten-Aktien-Gesellschaft zu Bochum richtete unser Verband folgende Eingabe: B o ch u m, den 8. Juli 1916. Im Aufträge der in unserem Verbände organisierten und aus der Grube Ouäck u. Florentine beschäftigten Bergarbeiter erlauben wir uns, der Deutsch-Luxemburgischen Bergwerks- und Hlltten-Aktien-Gesellschaft folgende Eingabe zu unterbreiten: , Wir ersuchen, den auf der Grube Quäck u. Florentine arbeitenden ­ Bergarbeitern ab 1. Juli d. I. eine besondere Teuerungszulage ­ zu gewähren oder eine allgemeine Lohnsteigerung eintreten zu lassen, welche einer ins Gewicht fallenden Teuerungszulage ­ gleichkommt. Ueber die Höhe der Lohnaufbesserung wollen wir keine abgegrenzten ­ Beträge oder Prozente in Vorschlag bringen. Wir bitten, sie so zu bemessen, daß sie etwa der allgemeinen Verteuerung ­ der Lebenshaltung der in Frage kommenden Arbeiter entspricht. ­ Zur Begründung genügt wohl der Hinweis auf die eingetretene ­ und Ihrer Gesellschaft ohne Zweifel auch in ihren Einzelheiten und Wirkungen sehr gut bekannten enormen Verteuerung ­ sämtlicher Lebensbedürfnisse, insbesondere der für den Arbeiter hauptsächlich in Frage kommenden Lebensmittel. Wir weisen noch darauf hin, daß bekannterweise die Löhne der Erzbergarbeiter des Lahnreviers mit zu den niedrigsten gehören, ­ die in den Bergrevieren Deutschlands gezahlt werden. Zum Schluß erlauben wir uns, noch darauf aufmerksam zu machen, daß durch Bundesratsverordnung die Grenze des unpfändbaren ­ Lohnes von 1600 auf 2000 Mark, also genau um ein Drittel, hinausgesetzt und damit anerkannt ist, daß die allgemeine ­ Teuerung mindestens ein Drittel ausmacht. Wir bitten um wohlwollende Prüfung und Berücksichtigung unserer Eingabe, um so mehr., da nach Angabe der Bergwerksgesellschaften ­ auch in anderen Bergbaurevieren mit Rücksicht auf die Teuerung Lohnaufbesserungen eingetreten sind. So soll z. B. auch der Hauerlohn im Ruhrrevier auf 6,69 Mark im Monat März gestiegen sein. Mit hochachtungsvollem Glückauf! Der Borstand des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands. Eine Beantwortung der Eingabe ist nicht erfolgt. Jedenfalls ­ ist der obigen Bergwerksdirektion bekannt gewesen, daß ihre Arbeiter auf den Erzgruben des Lahnreviers nur schwach organisiert sind.