— 166 — ermöglichen lasse. Auf die Beseitigung der Bezirksausfuhr verbote und auch auf die Unterbindung des Schmuggels, durch welche tatsächlich der Allgemeinheit sehr große Quantitäten Butter usw. entzogen würden, werde hingearbeitet. Es sollten Anweisungen ergehen, die auf eine bessere Versorgung der Jn- dustriebezirke mit Fettwaren hinzielen. Was am Kriegs-Er nährungsamt, das ja erst vor wenigen Tagen eingesetzt fei, liege, das werde geschehen, um die allerdringendsten Bedürfnisse schon bis zu Pfingsten zu befriedigen. Das gelte auch von dem Verlangen, den Bergarbeitern mehr Seife zu liefern. Die Seifenknappheit sei ja bekannt. Jni weiteren Verlaus der Verhandlungen wurde auch die billigere Lieferung von Jungvieh, Saatgut und Futtermitteln für solche Arbeiterfamilien besprochen, die nebenbei Landwirt schaft und Kleinviehzucht (Schweine und Ziegen) betreiben. Ferner wurde besprochen, daß bestimmte Werksverwaltungen große Mengen Nahrungsmittel einkaufen, aber nur an gewisse „Lieblinge" (Gelbe) abgeben. Dadurch würde auch die Versor gung der Allgemeinheit beeinträchtigt. Besondere Nahrungs mittelzulagen an die Arbeiter seien am zweckmäßigsten durch Vermittelung der Gemeindevertretungen zu organisieren mit Hinzuziehung von Vertretern der Arbeitergewerkschaften. Auch die Frage der Massenküchcn für die Arbeiter fand Erörterung. Das vorläufige Ergebnis dieser Aussprache war, daß die Spei sung der eigentlichen Bergleute aus Massenküchen als kaum mög lich bezeichnet wurde wegen der unterirdischen Betriebseigen tümlichkeiten. Wohl aber könnten die Massenküchen für die Qbertagsarbeiter und für die Arbeiterfamilien eingeführt werden. Für die eigentlichen Bergleute dürfte die Verabreichung von be legten Butterbroten als Zukost während der Arbeit in Betracht kommen. Es wurde regierungsseitig in Aussicht genommen, den Butterbelag (fetthaltigen natürlich) von der Reichszentral einkaufsstelle liefern zu lassen. Auch die Mehrlieferung von Seife soll nach Möglichkeit erfolgen. Am Schluß der Verhandlungen versicherte Herr von Ba- tocki den Arbeitervertretern, er sei ihnen dankbar für die ge wonnenen Informationen und weiterhin bereit, sachkundige Mit teilungen und Ratschläge entgegenzunehmen. Was die Zentral stelle tun könne für die Verbesserung der Urbeiterernährung, das solle getan werden, so gerecht und schnell es nur eben mög lich sei. Die Arbeitervertreter bedankten sich für diese Znstchc- rnng und versprachen, ihrerseits das Kriegsernährungsamt in seinen Bemühungen zu unterstützen.