187 Verfahrene Ueber- bezw. Nebenschicht eine Zusatzkarte von 250 Gramm Brot zu. Ferner wurde mitgeteilt, daß die Reparatur schlosser, die im unterirdischen Bergbau beschäftigt sind und sehr oft jeden Tag 1—3 Stunden überarbeiten müssen, bei der Aus gabe der Zusatzkarten benachteiligt würden. So habe z. B. ein Reparaturschlosscr in einer Woche durch diese stundenweise Ueberarbeit außer den regelmäßigen sechs schichten noch drei Ueberschichten gemacht. Er habe aber nur für eine Ueberschicht eine Zusatzbrvtkarte von 600 Gramm erhalten. Tie Vertreter der Zeche Sterkrade teilten mit, daß nur die jenigen Bergleute die neuen Zusatzkarten erhalten hatten, die in Sterkrade und Holten wohnen. Der Bergmann Wilhelm Tielke in Oberhausen, Parallelstraße 101 wohnhaft, hat seine Frau mit einem Schein zum Lebensmittelamt der Stadt Ober hausen gesandt, um dort die Zusatzkarten in Empfang zu nehmen. Die Frau wurde aber abgewiesen. Auch auf dieser Zeche werden für Ueber- oder Nebenschichten (die Samstagabends verfahren werden) keine Zusatzkarten für Ueberschichten ausgegeben. Auf den Deutscher Kaiserschächten ist die Ausgabe der neuen Zusatzmengen auch noch nicht einheitlich geregelt. So berichtete der Vertreter des Schachtes >1 Deutscher Kaiser, daß die unter irdisch beschäftigten Arbeiter außer der bisherigen Zusatzmenge von zwei Pfund Brot jetzt weitere zwei Pfund die Woche bekom men hätten. Auch hier ist die Tatsache zu verzeichnen, daß ein Teil der Arbeiter, die Samstags oder an einem Tage vor einem Feier tage (Himmelfahrt) abends zu einer Schicht anfahren, keine Zusatzmarken bekommen. Die Verteilung wird nicht einheitlich vorgenommen. Aus einigen Schächten gibt man allen Arbeitern die Zusatzkarten für Ueberschichten, während sie auf anderen Schächten verweigert werden. Der Vertreter von der Zeche Oberhausen konnte mitteilen, daß den Bergleuten in der vergangenen Woche 16 Brotkarten zu je 600 Gramm für vier Wochen ausgehändigt wurden. Außer dem hat jeder unterirdisch beschäftigte Bergarbeiter am lebten Samstag ein Pfund Speck erhalten. Ueber die Zusatzkarten für verfahrene Ueberschichten an Samstagabenden wurde mitgeteilt, daß hier derselbe Zustand sei wie auf Westende und Sterkrade. Von der Zeche Rosenblumendelle wurde mitgeteilt, daß ain % d. Mts. Speck ausgegeben worden sei. Mehrere Bergleute hätten den Speck aber nicht empfangen können, weil sie kein Geld wehr hatten, um ihn zu bezahlen. (Hier könnten die Zechen verwaltungen doch mit Leichtigkeit eingreifen, indem sie den