321 Ei« vorübergehende Stockung in der Aufwärtsbewegung im Monat Januar, die ihre Ursache in dem damals besonders großen Wagen- mangel hatte, ist schon im Februar überwunden worden. Vom 1. März ab haben wir, wie der Bezirksleitung inzwischen bekannt geworden sein dürfte, eine Erhöhung der Regelmätzigkeits^- prämien für verheiratete männliche Arbeiter auf 35,— Mark, für un verheiratete auf 30,— Mark, für jugendliche auf 18,— Mark, für weib liche Arbeiter auf 22,— Mark, und eine Erhöhung der Kinderzulage auf 6,— Mark je Kind eintreten lassen. Die Wirkung dieser Erhö hungen, die bei männlichen verheirateten Arbeitern bei der Durch- fchnittssehl von 3—4 Kindern einer Aufbesserung des Lohnes um etwa 85 Pf. für die Schicht gleichkommt, wird sich bei der nächsten Löhnung zeigen. Bei der Gewährung der Regelmäßigkeitsprämien und der Kin derzulagen wird, wie bisher das weiteste Entgegenkommen geübt werden. Außer diesen Zulagen werden bie Gedinge- und Schichtlöhne der einzelnen Arbeiter dauernd überprüft und reguliert. Wenn trotzdem einzelne Leute auch in der Klasse der Hauer zeiweilig unter dem Durch schnitt verdienen, so handelt es sich fast ausschließlich um ältereArbeiter, die nicht mehr voll leistungsfähig sind, zum Teil auch auf ihren Wunsch bei leichteren Arbeiten beschäftigt werden. Die Behauptung derEingabe, daß der Prozentsatz der Hauer mit unzureichenden Löhnen auf den staatlichen Gruben auffallend hoch sei, findet in der sorgsam geführten Statistik keine Stütze. Die Löhne der Wagenstößer, besonders aber der Handwerker, haben im März wesenliche Erhöhungen erfahren. Auch die übrigen Arbeiter klassen sind aufgebessert worden. Eine angemessene Spannung zwischen den ungelernten Tagearbeitern und den Grubenarbeitern muß jedoch bestehen bleiben, um die eigentlicheBergmannsarbeit nicht zu entwerten. Daß diese Spannung nicht zu groß ist, wird dadurch erwiesen, daß die Meldungen zur Tagesarbeit noch immer zahlreicher eingehen, als zur Beschäftigung unter Tage. Die Berginspektionen werden auch weiterhin nichf unterlassen, die Löhne mit 'ben Zeitverhältnissen in Einklang zu bringen und sie erfor derlichenfalls weiter erhöhen. Wenn es auch ausgeschlossen ist, die am Schlüsse Ihrer Eingabe vorgetragenen Grundsätze bei der Lohnbemes- sung zu erfüllen ^z. B. gehen die dort für die Hauer vorgeschlagenen Durchschnittslöhne erheblich über das Endgehalt der Betriebsbeamten hinaus), so wird doch der Wunsch nach, einer weiteren Aufwärtsenwicke- lung im Rahmen des irgendwie Erreichbaren bei uns und den Berg- inspektionen stets volle Berücksichtigung finden. Wir stellen anheim, hiervon den mitunterzeichneten Berufsvereini gungen Kenntnis zu geben. gez. Wiegert. Lohneingabe im Zeitz-Altenburger Revier. Die Lohnverhältnisse im vorstehend genannten Revier ge hören mit zu den schlechtesten in ganz Deutschland. Nach der im „Reichsanzeiger" vom 26. März 1918 veröffentlichten amtlichen Nachweisung der in den 16 Hauptbergrevieren gezahlten Löhne rangiert das Hallische Brannkohlenrevier, dem das Altenburg- Zeitzer zugehört, 21