328 Ob Feierschichten infolge Wassermangels vergütet werden, mutz von Fall zu Fall entschieden werden. Solche Feier schichten können mittelbar durch Kohlenmangel verursacht sein, wenn z. B. ein Pumpwerk wegen Kohlenmangels nicht Wasser schaffen konnte. In dem angegebenen Falle von Zeche Constan- tin kommt eine Vergütung nicht in Frage, cheil es sich um eine Steinkohlengrube handelt, und der Wasserrohrbruch nicht durch Kohlenmangel verursacht ist. 2. Die in Förderung stehenden — mit Ausnahme der Kohlenbergwerke, bei denen naturgemätz ein Kohlenmangel nicht eintreten kann, — insbesondere also die Erz-, Kali- und Steinsalzbergwcrke, fallen unter Ziffer 1 der Bundesratsver- ordnung. Da ihr Förder- und ihr Aufbereitungs-, bei Kali salzwerken Fabrikations-Betrieb völlig vom rechtzeitigen und genügenden Kohlenbezug abhängig ist, wird die Vergütung bei Betriebseinschränkungen infolge Kohlenmangcls gewährt wer den müssen. 3. Eine Vergütung für die Arbeitsunterbrechung infolge Eiscnbahnwagenmangels kann nicht in Aussicht gestellt werden. Solche Arbeitsunterbrechungen sind für den Bergbau nichts Ungewöhnliches, vielmehr eine mehr oder weniger regelmäßige Herbst- und Wintererschcinung auch in Friedenszeit. Die durch den Wagenmangel verursachten Feierschichten haben auch im vergangenen Winter nur in einzelnen Bezirken eine fühl bare Arbeitsunterbrechung auf den Bergwerken herbeigeführt. Es kommt aber hinzu, daß die Eigenart der Bergarbeit im Not fälle die Einschiebung vielfacher Ersatz- und Nebenarbeiten an Stelle der eigentlichen Gewinnungsarbeiten ermöglicht. Ferner lassen sich erfahrungsgemäß die wirklichen Ausfälle in der Bergarbeit unschwer durch Einlegung von Ueber- und Neben- schichten ausgleichen, so daß aus diese Weise eine fühlbare Schmälerung des regelmäßigen Verdienstes der Bergleute ver mieden wird. Frhr. von Stein." Eingaben bctr. Wohnungswesen. Bochum, den 31. Mai 1918. An das Reichswirtschaftsamt,-Berlin. Unterzeichnete Organisation gestattet sich, den, Reichswirt- schaftsamt folgende Eingabe zu unterbreiten: Die Wohnungsnot nimmt in den Jndnstriekreisen immer nubr irrer Hand. Schon heute kann man aus dem Wchniingsainte die Wahrnehmung machen, daß mehr Wohnungen gesucht, wie angeboten werden. Diese Wohnungsnot wird sich erst recht be merkbar machen, wenn die im Felde Stehenden wieder heim kehren und die Kriegsgetrautcn ein eigenes Heim beziehen wol len. Es ist deshalb nötig, daß schon jetzt Maßnahmen getroffen