332 digung mit der Bezirksleitung des Gewerkvereins christlicher Bergarbeiter zu Saarbrücken Eurer Exzellenz über die Lage und Vorkommnisse in letzter Zeit im Saargebiet Aufklärung zu geben: Es haben am 20. Februar und am 1k. Mai d. Js. zwischen den Vertretern der Königlichen Bergwerksdirektion zu Saar brücken und den Vertretern der beiden für das Saarrevier in Frage kommenden Bergarbeiterverbände Verhandlungen statt gefunden. in denen Lohn- und sonstige Arbeiterfragen erörtert wurden. In der Hauptsache war es die Lohnfrage, über die in den Verhandlungen eine Verständigung zwischen der Königlichen Bcrgwerksdirektion und den gewerkschaftlichen Arbeitervertretern versucht wurde. Leider haben diese Verhandlungen nicht ein Er gebnis gezeitigt, mit dem sich die Saarbergleute hätten zu frieden geben können. Auch die von den Zentralvorständen der Bcrgarbeiterverbände bei Eurer Exzellenz angesuchte und stattge- fundene Besprechung hat dieses Ergebnis nicht günstiger ge staltet. Daher erlaubt sich die Bezirksleitung des unterzeichneten Verbandes, ergebenst, noch einmal Eure Exzellenz auf die Notwendigkeit einer besseren Lohn- und Arbeiterbehandlung im Saargebiet hinzuweisen. Trotz der bisher vorgenommenen Lohnerhöhungen können die Saarbergleute damit nicht einverstanden sein, stveil diese Erhöhungen einen Ausgleich mit der fortgesetzten Stei gerung der Lebenshaltungskosten nicht herbeigeführt Haben. Die iin August vorigen Jahres geforderten und Ende September be willigten 10,60 Mark Durchschnittslohn für Hauer reichten nicht aus, die damalige Lebenshaltung der Bergarbeiter zu sichern. Inzwischen sind die Kartoffelpreise allein um weit mehr als das Doppelte gestiegen, in der Stadt Saarbrücken müssen sogar 12,50 Mk. für den Zentner gezahlt werden; in Ortschaften der Umgebung sind sie nicht Vieh billiger. Feststellungen, die den Stand der Preise für Lebensmittel und sonstige Bedarfsartikel im Arbeiterhaushalt betrafen, wiesen in der Zeit vom Herbst 1017 bis zum Frühjahr 1918 eine Durchschnittssteigerung von 30—40 Prozent auf, und die Preise steigen weiter, wie selbst behördlich angekündigt wird! Ihnen stöbt, nach Angaben der Königlichen Bergwerksdirektion eine Lohnsteigerung von etwa 10 Prozent im Saargebiet gegenüber. Der im Vorjahre anläßlich der Lohnbewegung der Saarbergleute bewilligte Lohn betrug, wie oben angegeben, 10,60 Mark, im November 1917 sollten, nach Angaben der Direktion, 11.32 Mark verdient worden sein; in der Sitzung am 17. Mai erklärte die Direktion, daß der Hauer- lohn bzw. Lohn für eigentliche Bergarbeiter 11,68 Mark im Monat April betragen habe. Ist dem so, dann ist es richtig, daß sich