— 301 mallohn für die Hauer, Füller und Schlepper (Lohnklasse a) in Oberschlesien, liegt zwischen 11 und 16 Mark, der Durchschnitts lohn wird sich zwischen 13—14 Mark bewegen. Das ist gar nicht so „kolossal", wie es gewisse Zeitungen dem Publikum glauben machen wolle». Im 2. Viertel 1918 betrug der Durchschnittslohn der Klasse a, in Oberschlesie» 10,11, im Ruhrgebiet 12,61 Mk. Durch die gewerkschaftlichen Vereinbarungen sollen also unsere oberschlesi schen Kameraden nun eine Lohnaufbesserung erhalten, durch die sie endlich mit den Ruhrgebietskameraden ungefähr gleichgestellt sind, da sich auch deren Löhne durch die neuesten Vereinbarungen erhöhen. Wir streben sa danach, auch die großen Lohnunter schiede zwischen den einzelnen Revieren zu beseitigen. Den ober schlesischen Bergleuten ist immer ein großes Unrecht durch die niedrigere Lohnzahlung zugefügt worden. Sie haben die höchste Förderleistung pro Kopf. Ganz falsch ist es, nun allgemein von den „16-Mark-Löhnen in Oberschlesien" zu reden. Zweifellos bedeuten die vorstehenden Abmachungen einen großen gewerkschaftlichen Erfolg für die oberschle sischen Kameraden. Es ist deshalb recht bedauerlich, daß ein großer Teil der Belegschaften noch nicht die nötige gewerkschaft liche Schulung besitzt, um das Gebot der ernsten stunde zu begreifen. Die Werksbesitzer haben sich leider zu spät zu gewerk schaftlichen Vereinbarungen bereit erklärt und darum hat sich die Erregung in der Vorwoche in größeren Arbeitseinstellungen Luft gemacht. Wir vertrauen darauf, daß die ruhige U eberlegung auch i n O b e r s ch l e f i e n allgemein die Oberhand gewinnt. Der größte Teil der Beleg schaften hat sich schon den gewerkschaftlichen Vereinbarungen an geschlossen. Die kapitalistische Presse hat aber über die ober schlesische Bewegung auch übertreibende Alarmnachrichten ver breitet, durch die die Oeffentlichkeit schwer beunruhigt wurde und dir Bergleute als rasende Wilde erschienen. Dadurch wird der Allgemeinheit sicher nicht gedient. Es gibt, wie man sieht, gewisse Kreise, die jede Arbeiterbewegung übertreiben und irre führende, aufregende Nachrichten verbreiten, damit es nach außen hin aussieht, als ob „alles drunter und drüber" gehe. Welchen Zweck hat eigentlich dieses Treiben? seh nt man sich nach dem E i n m a r s ch u n d d e r Diktatur des fr e ni d ländischen Militärs? Wir bitten unsere Kameraden dringend, nicht auf solche Alarmberichte hereinzufallen, sondern geschlossen für die ge werkschaftlichen Abmachungen einzutreten. Nur dadurch sichern wir uns die errungenen Vorteile.