— 373 — nur die Schichten, für welche von der Knappschaftskcisse Krankengeld gezahlt wird, einschließlich der Karenztage. Für Ueber- und. Neben schichten, welche die Arbeiter auf eigenen Wunsch als Ersatz für aus gefallene Schichten verfahren, sollen keine Lohnzuschläge gezahlt werden. Als Sonntagsarbeit gilt diejenige Arbeit, die während der für die be treffende Zeche geltenden 24stündigen Sonntagsruhe geleistet wird; als Ueberarbeit gilt die Zeit, die über acht Stunden hinaus tatsächlich gearbeitet >vird. 12. Die Frauenarbeit wird beseitigt, sobald genügend männliche Arbeitskräfte beschafft werden können. 13. Es wird allgemein freies Geleuchte gewährt. 14. Der Arbeitsnachweis des Zechenverbandes wird gemäß den von den Berliner Zentralstellen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer ge troffenen Vereinbarungen auf paritätische Grundlage gestellt werden. 15. Die zwischen einzelnen Zechen bestehenden Sperrabkommen werden aufgehoben. Erhöhung der abzugsfähigen Summe für Arbeitsaufwendung der Bergarbeiter bei der Einkommcnstcucrveranlagung auf mindestens 600 Mark. Der Vorstand des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands übersandte an die Herren Regierungspräsidenten zu Arnsberg, Münster und Düsseldorf am 16. Januar 1919 folgenden Antrag um Erhöhung der abzugsfähigen Summe für Arbeitsaufwen- dung der Bergarbeiter bei der Einkommensteuerveranlagung auf mindestens 600 Mark: Im Auftrag und als Vertreter der unserem Verbände an gehörenden Bergarbeiter beantragen wir, die wohllöbliche Re gierung wolle bestimmen, das; bei der Veranlagung zur Ein kommensteuer für das Steuerjahr 1919 den Bergarbeitern für Arbeitsaufwendung (Kleider, Schuhe, Seife) ein erhöhter Be trag, und zwar den unterirdischen 600 Mark, den Uebertags- arbeitern 400 Mark in Abzug gebracht wird; die einzelnen Ver anlagungskommissionen seien anzuweisen, dementsprechend zu verfahren. Eine ausführliche Begründung erübrigt sich Wohl angesichts der Tatsache, das; ein minderwertiger Arbeitsanzug heute 70 bis 90 Mark kostet, anstatt 6 bis 9 Mark 1914, und keine sechs Wochen hält. Schuhe kosten 90 bis 100 Mark und ■ darüber, gegen 9 bis 12 Mark 1914, und halten überhaupt kaum ein Vierteljahr. Reparaturen sind unerschwinglich teuer, kaum aus führbar. Dazu kommt die teure und schlechte Seife, die die Bergarbeiter in weit größeren Quantitäten benötigen, als die sonstigen Arbeiter.