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        <title>Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges</title>
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Lohnklasse. Die Arbeiter werden dadurch um 25—70 Pf. pro 
Schicht geschädigt. 
Die Schwerspatgrube in Lauterberg (Bergrevier 
Goslar) hat die Löhne von 3,30 auf 3,20 Mark herabgesetzt. 
Die Arbeiter der Zeche Am Stehlberg bei Auwallen- 
burg (Bergrevier Schmalkalden) klagen, daß dort die Schicht 
löhne von 3,60 auf 3,00 Mark herabgesetzt wären. 
Der Bericht aus dem Zeitz-Weißcnfelscr Brauukohlenrcvier 
besagt, daß das Gedinge um % bis 5 Pf. pro Wagen reduziert 
worden sei. Auf erfolgte Beschwerde ist den Arbeitern gesagt 
worden, daß das der Krieg so mit sich bringe. Die Arbeiter 
machen freiwillig Ueberstunden, um die Förderung zu erhöhen. 
Wenn es notwendig ist, wird auch Sonntags gearbeitet. Früher 
wurde ein Aufschlag für Sonntagsarbeit gezahlt. Dieser ist 
mit Ausbruch des Krieges in Fortfall gekommen. 
Aus dem Niederlausitzer Braunkohlenrevier wird berichtet, 
daß auf den beiden Braunkohlengruben des Eisensteinbergwerks 
Paul in Bukoka und Gerbersdorf die Schichtlöhne um 60 bis 
70 Pf. gekürzt wären. Bald nach Ausbruch des Krieges wurde 
die Arbeitszeit um eine Stunde für Tagesarbeiter und zwei 
Stunden für Tiefbauarbeiter verlängert. Der Schichtlohn ist 
gekürzt, wie auf unserer Eingabe angegeben ist. Eine Aende 
rung ist noch nicht eingetreten. Auch sind gegenwärtig von dort 
wieder sechs Arbeitslose gemeldet, die auf der Grube nicht ein 
gestellt werden und die sich beim Brückenbau durchgeschlagen 
haben. Von den in der Eingabe angegebenen Personen sind 
noch keine eingestellt. 
Die Gedingelöhne sind auf den meisten Gruben reduziert 
worden. Das Gedinge ist auf der Grube Bismarcklin Poley 
um 1 und auf der Grube Stadt Görlitz in Kohlfurt um 
2—3 Pf. pro Wagen gekürzt worden. 
Auf den Grünberger Gruben werden solche Arbeiter, 
die Sonntags nicht zur Arbeit kommen, mit Strafe bedroht. 
Auf anderen Gruben erhalten Arbeiter, die keine Ueber- oder 
Sonntagsarbeit leisten, schlechtere Arbeit. Im November wurde 
eine Reduzierung der Gedingesähe von 37 auf 32 Pf. pro Wagen 
vorgenommen. Der Verkaufspreis von einem Hektoliter Kohlen 
ist aber um 6 Pf. erhöht worden. Wir wandten uns an den 
Bürgermeister in Grünberg. Durch die Vermittelung wurde 
erreicht, daß nur 2 Pf. pro Wagen abgezogen wurden. Auch 
wollte man eine Neuregelung des Deputats vornehmen. Auch 
hier wurde für die Dauer des Krieges durch die Vermittelung 
versprochen, es zu unterlassen. Trotz nochmaliger Vermittelung 
des Bürgermeisters verblieb es bei dem Abzug von 2 Pfennig. 
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