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I.  Der  Begriff  des  Wertes.

Wertbildung  maßgebend  bleibt.  Das  Wort  Seltenheit  hat  in  der
Grenznutzentheorie  zu  der  irrigen  Meinung  geführt,  als  ob  die
volkswirtschaftliche  Begrenzung  des  Gütervorrates  die  Regel  wäre,
während  im  Gegenteil  praktisch  mit  einer  beliebigen  Vermehrbarkeit
gerechnet  wird.  Nicht  selten  überschreitet  der  Gütervorrat  den  aufnahmsfähigen ­
  Bedarf,  ohne  daß  der  Wert  verloren  ginge.  Aus
der  Notwendigkeit  der  wirtschaftlichen  Tätigkeit  ergibt  sich  zunächst
der  Gebrauchswert  und  erst  dann,  wenn  sich  diese  Tätigkeit  nach
Produktion  und  Konsum  unter  verschiedene  Wirtschaftssubjekte
spaltet,  auch  ein  Tauschwert.  Das  Trinkwasser  wird  in  den  Straßen
orientalischer  Städte  und  auf  Eisenbahnstationen  feilgeboten,  hat
also  einen  Tauschwert,  aber  nicht  deshalb,  weil  es  volkswirtschaftlich ­
  selten  ist,  denn  am  nächsten  Brunnen  könnte  jeder  trinken,  so
viel  er  wollte,  sondern  nur  deshalb,  weil  es  dem  Passanten  nicht
bequem  zur  Verfügung  steht,  also  privatwirtschaftlich  selten  ist,  er
aber  die  nötige  Arbeit  nicht  selbst  aufwenden  will  oder  kann,  so
daß  seine  Nachftage  ein  Angebot  der  Wasserträger  hervorruft.
Der  Koftenwert  entsteht  meist  gleichzeitig  mit  dem  Gebrauchswert,
erhält  aber  seine  eigentliche  Bedeutung  erst  beim  Tauschwert,  weil
sich  früher  die  Tätigkeit  des  Menschen  weniger  häufig  als  wirtschaftlich ­
  charakterisiert.
Die  Unterscheidung  von  objektivem  und  subjektivem  Wert,  die
in  den  neueren  Werttheorien  eine  große  Rolle  spielt,  ist  darauf
zurückzuführen,  daß  sich  in  dem  Entwicklungsprozeß  des  Wertes
nicht  bloß  der  Maßstab,  sondern  auch  der  Standpunkt  der  Beurteilung ­
  ändert,  je  nachdem  die  Privatwirtschaft  oder  die  Volkswirtschaft ­
  als  Ausgangspunkt  dient.  Der  Gebrauchswert  ist  vorwiegend ­
  subjektiver  Natur,  weil  er  das  Verhältnis  des  beim  letzten
Verbraucher  befindlichen  Gütervorrates  zu  den  Bedürfnissen  dieses
einzelnen  Verbrauchers  ins  Auge  faßt.  Eine  Objektivierung  ist
dabei  insofern  möglich,  als  man  den  Verbrauch  der  gesamten
Volkswirtschaft  zu  berechnen  sucht,  wobei  man  aber  berücksichtigen
muß,  daß  sich  die  Verbrauchsverhältnisse  und  damit  auch  die
Gebrauchswerte  für  die  einzelnen  Güter  von  Person  zu  Person
und  insbesondere  mit  der  sozialen  Stellung  des  Verbrauchers  verschieben, ­
  so  daß  sie  bei  einem  Fabriksarbeiter  wesentlich  anders
ausfallen  werden  als  bei  einem  höheren  Beamten,  bei  dem  z.  B.
die  Gebrauchswerte  für  Kleidungsstücke  nicht  bloß  absolut,  sondern
auch  relativ  viel  größer  sein  werden.  Der  objektive  Gebrauchswert ­
  ist  also  in  der  Volkswirtschaft  kein  gleichartiger,  sondern