2.  Der  Kostenwert.

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Kostenwert  auf  mehrere  in  der  Produktion  zusammenhängende  Produkte ­
  verteilt,  für  das  Hauptprodukt  also  niedriger  gesetzt  werden.
In  den  Kosten  des  Materials  erscheinen  aber  auch  die  Kosten  der
Zufuhr,  die  namentlich  beim  Großbetriebe  durch  Schaffung  eigener
Transporteinrichtungen  oder  durch  Bevorzugung  bei  der  Benutzung
fremder  ermäßigt  werden  können.  Im  äußersten  Falle  muß  ein
Übergang  zu  Ersatzstoffen  gesucht  werden,  der  freilich  meist  langwierige ­
  und  kostspielige  Versuche  erfordert.
In  der  wissenschaftlichen  Darstellung  wurde  häufig  die  Arbeitskraft ­
  als  Kostenelement  angesehen,  aber  diese  erhält  erst  einen  Wert,
wenn  sie  selbst  getauscht  wird,  also  entlohnt  wird,  so  daß  heute
die  Arbeitslöhne  entscheidend  sind.  Selbst  dort,  wo  der  Produzent
eigene  Arbeitskraft  aufwendet,  bewertet  er  sie  nach  dem  unter
gleichen  Verhältnissen  gezahlten  Arbeitslohn.  Die  Löhne  sind,  wie
die  Materialkosten,  ein  Kapitalsaufwand,  denn  auch  sie  werden  vom
Kapital  vorgeschossen,  freilich  nicht  aus  einem  beschränkten  Fond,
und  in  einem  einzigen  Produktionsprozeß  verbraucht,  so  daß  sie
das  Einzelprodukt  mit  einem  bestimmten  Betrage  belasten,  ob  sie
nun  als  Zeitlohn  oder  als  Akkordlohn  gezahlt  werden.  Eine  Eigentümlichkeit ­
  dieses  Kostenelementes  ist  aber  dessen  zunehmende  Verteuerung
  mit  höherer  Kultur.  Dabei  wird  gerade  die  gröbere  Arbeit
immer  teurer  bezahlt.  Persönliche  Dienstleistungen,  die  eine  stärkere
Unterwerfung  unter  den  persönlichen  Willen  des  Arbeitgebers  verlangen, ­
  gewöhnliche  Handlangerarbeiten,  zu  denen  mehr  physische
Anstrengung  als  geistige  Aufmerksamkeit  gehört,  müssen  heute  ebenso
höher  entlohnt  werden,  wie  die  schon  in  der  klassischen  Nationalökonomie
  behandelten  Arbeiten,  die  aus  irgend  einem  Grunde
weniger  persönliche  Anziehungskraft  entwickeln.  Jede  Lohnkategorie
hat  ihr  besonderes  Verhältnis  von  Angebot  und  Nachfrage.  Deshalb ­
  mehren  sich  die  Klagen  über  Dienstbotennot,  weil  selbst  eine
schlechter  gelohnte,  aber  mit  größerer  persönlicher  Unabhängigkeit
verbundene  Fabriksarbeit  vorgezogen  wird.  Deshalb  dauert  die  Abwanderung ­
  vom  Lande  fort,  auch  wenn  die  wirtschaftliche  Lage
dort  günstiger  ist  als  in  der  Stadt  oder  in  Industriezentren.  Deshalb ­
  erhält  in  den  Vereinigten  Staaten  von  Amerika  der  einfache
Maurer  einen  Tagelohn  von  5  bis  6  Dollars,  während  in  den
Fabriksbetrieben  der  normale  Wochenlohn  12  bis  20  Dollars  beträgt. ­
  Die  Löhne  bilden  aber  einen  umso  höheren  Anteil  an  dem
gesamten  Kostenwerte,  je  mehr  sich  das  Fabrikat  verfeinert  und  je
inehr  man  in  der  Stufenleiter  vonr  Rohstoff  zum  Ganzsabrikat  empor ­