26

I.  Der  Begriff  des  Wertes.

Bestimmung  nicht  durch  die  Schätzung  eines  Wirtschaftssubjektes
erhält,  auch  nicht  bloß  durch  die  Schätzung  der  zwei  unmittelbar  ain
Tausche  beteiligten  Wirtschastssubjekte,  sondern  durch  die  Schätzung
aller  Wirtschastssubjekte,  welche  für  die  gleichartigen  Tauschakte  in
Betracht  kommen.  Nach  der  Art  der  Teilnahme  daran  bilden  sich
zwei  Parteien,  die  der  Käufer  und  die  der  Verkäufer,  ihren  Einstuß ­
  auf  die  Bildung  des  Tauschwertes  bezeichnet  man  als  Angebot
und  Nachfrage,  ihren  konkreten  oder  ideellen  Treffpunkt  als  Markt.
Mit  der  Ausbildung  eines  größeren  Marktes,  auf  dem  sich  Käufer
und  Verkäufer  zusammentreffen,  ändert  sich  aber,  wie  erwähnt,  die
Orientierung  des  Produzenten,  weil  mit  der  Realisierung  des  Tauschwertes ­
  fein  Interesse  ein  Ende  nimmt.  Volkswirtschaftlich  ist  nach
wie  vor  die  Schaffung  eines  Gebrauchswertes  das  Endziel  der
Produktion,  privatwirtschastlich  aber  bildet  bereits  die  Erreichung
des  Tauschwertes  den  endgiltigen  Erfolg.  Bei  dieser  Auffassung
löst  sich  auf  einfache  Weise  der  Streit,  der  in  den  Anfängen  der
klassischen  Nationalökonomie  über  die  richtige  Größe  des  Grundbesitzes ­
  geführt  wurde.  Die  englischen  Volkswirte  gaben  dem  Großgrundbesitz, ­
  die  des  europäischen  Kontinents  dem  Kleingrundbesitz
den  Vorzug.  Über  diesen  Zwiespalt  sollte  die  Erklärung  hinweghelfen, ­
  daß  die  für  den  Verkauf  arbeitende  Landwirtschaft  Englands
mehr  den  Reinertrag,  die  für  den  Eigenbedarf  arbeitende  des  Kontinents ­
  mehr  den  Rohertrag  im  Auge  behalten  muß.  Diese  Erklärung ­
  ist  unzureichend,  weil  die  Erzielung  des  Reinertrages  das
einzige  Motiv  der  Produktion  ist.  Es  kommt  also  immer  auf  den
Reinertrag  an,  nur  die  Wertung  ist  eine  andere,  je  nachdem  die
Produkte  in  der  eigenen  Wirtschaft  verwendet  oder  auf  den
Markt  gebracht  werden;  für  den  selbstkonsumierenden  Bauer  ist
der  Gebrauchswert  entscheidend,  für  den  verkaufenden  Gutsherrn
dagegen  der  Tauschwert.
Unter  den  Märkten  ergibt  sich  eine  große  Verschiedenheit,  weil
nicht  bloß  jede  Ware  ihren  besonderen  Markt  hat,  sondern  die
gleiche  Ware  aus  verschiedenen  Märkten  erscheinen  kann,  die  in
territorialer  Trennung  nebeneinander  bestehen,  aber  auch  in  bloß
fachlicher  Trennung  ineinander  geschachtelt  sein  können.  Eine  territoriale ­
  Trennung  ergibt  sich  aus  der  Verschiedenheit  des  Bedarfes,
der  den  Konsum  einer  Ware  auf  begrenzte  Gebiete  einschränkt
(Olivenöl  und  Butter,  Rohrzucker  und  Rübenzucker  usw.),  aus  der
durch  die  jeweiligen  Verkehrsverhältnisse  für  jede  Ware  geschaffenen
Frachtlage  (Auftauchen  der  überseeischen  Getreidekonkurrenz  infolge