3.  Der  Tauschwert.

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schaltung  der  Konkurrenz.  Wenn  daher  neuere  Schriftsteller,  um
den  monopolistischen  Charakter  der  Kartelle  und  ähnlicher  Organisationen ­
  behaupten  zu  können,  darauf  Hinweisen,  daß  eine  bloße
Überlegenheit  der  Vertreter  des  Angebots  über  die  Vertreter  der
Nachfrage  genügt,  so  verwischen  sie  diesen  prinzipiellen  Gegensatz.
Bei  einer  solchen  bloß  relativen  Bestimmung  ist  überhaupt  keine
Grenze  vorhanden,  denn  dann  würde  jeder  günstige  Geschäftsgang
Monopole  schaffen  und  ein  ungünstiger  wieder  vernichten.
Eine  noch  größere  Verwirrung  ist  durch  eine  unrichtige  Auffassung ­
  des  Begriffes  der  freien  Konkurrenz  entstanden.  Ricardo
und  Say  haben  in  der  freien  Konkurrenz  den  eigentlichen  Hebel
zur  Herstellung  der  wirtschaftlichen  Harmonie  erblickt,  weil  sie  ihrer
Ansicht  nach  Angebot  und  Nachfrage  immer  wieder  ins  Gleichgewicht ­
  bringt.  Sei  das  Angebot  zu  klein  oder  die  Nachfrage  zu
groß,  so  werden  dadurch  die  Preise  der  Waren  in  die  Höhe  getrieben; ­
  diese  hohen  Preise  ermuntern  aber  die  Produktion  und
verringern  den  Konsum,  führen  also  selbst  die  Abhilfe  herbei.
Sei  das  Angebot  zu  groß  oder  die  Nachfrage  zu  klein,  so  sinken
die  Preise;  die  tiefen  Preise  schränken  aber  die  Produktion  ein
und  erweitern  den  Konsum,  so  daß  also  wieder  die  Tendenz  zum
Gleichgewicht  zum  Durchbruch  kommt.  Dieser  Ansicht  wurde  schon
von  manchen  älteren  Krisentheoretikern,  wie  Malthus,  Sismondi,
  Rodbertus  widersprochen,  auch  John  Stuart  Mill,
der  ihr  huldigt,  schränkt  sie  doch  wesentlich  ein,  indem  er  behauptet,
daß  außer  dem  Wettbewerb  auch  die  Gewohnheit  (custom)  einen
Einfluß  übt.  Sie  ist  aber  ganz  unhaltbar.  Käufer  und  Verkäufer
haben  die  Möglichkeit,  den  Markt  zu  beeinflussen,  zu  vergrößern
und  zu  verkleinern,  ihre  Gegenpartei  zu  stärken  oder  zu  schwächen,
von  einem  Markte  auf  den  anderen  überzugreifen.  Richtig  ist
wohl,  daß  im  Augenblicke  des  Tauschaktes  jede  verkaufte  Ware
auch  gekauft  wird,  scheinbar  also  dem  momentanen  Angebot  auch
die  momentane  Nachfrage  entspricht.  In  Wirklichkeit  sind  aber
Angebot  und  Nachfrage  die  komplizierten  Kräfte,  welche  zum  Tausche
führen,  nicht  die  beiden  Seiten  des  Tauschaktes  selbst,  dem  man
es  natürlich  nicht  ansieht,  ob  er  dem  Überwiegen  des  Angebots
oder  der  Nachfrage  seine  Entstehung  verdankt.  Die  wirtschaftliche
Tätigkeit  wird  eben  nicht,  wie  die  klassische  Schule  der  Nationalökonomie
  meinte,  von  Gesetzen  reguliert,  welche  den  Charakter  von
physikalischen  Gesetzen  haben  (John  Stuart  M  i  ll),  sondern  ist  die
Äußerung  eines  gesellschaftlichen  Organismus,  der  sich  nicht  wie