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I.  Der  Begriff  des  Wertes.

der  natürliche  Organismus  eines  pflanzlichen  oder  tierischen  Körpers
immer  gleichbleibt,  sondern  wandelbar  und  entwicklungsfähig  ist
nach  Regeln,  die  selbst  wieder  veränderlich  sind,  weil  sie  dem
menschlichen  Geiste  entspringen.  Der  Einfluß  der  einzelnen  Wirtschaftssubjekte ­
  auf  diese  Entwicklung  ist  nicht  gleich  und  nicht  direkt,
denn  sie  suchen  sich  frühzeitig  auch  zur  Verfolgung  gemeinsamer
Interessen  zu  vereinigen.  Der  Vereinigungstrieb  wird  um  so  lebhafter ­
  sein,  je  mehr  diese  Interessen  bedroht  sind,  denn  die  Organisation ­
  ist  die  Stärke  der  Schwachen.  Schon  die  natürliche  Verbindung ­
  der  Verwandtschaft  gibt  Anlaß  zu  Gruppierungen,  welche
als  solche  aus  dem  Markt  zur  Geltung  kommen.  Später  entstehen
gesellschaftliche  Verbindungen  in  den  buntesten  Formen.  Aus  lokalen
Märkten  gewinnt  der  Produzent  oder  Händler  mit  Hilfe  von  Nachbarschaft ­
  und  Freundschaft  einen  Kundenkreis,  der  sich  durch  die
Schwere  der  Gewohnheit  erhält.  Dann  kommen  aber  die  verschiedenen
Organisationen  von  den  römischen  Kollegien,  den  mittelalterlichen
Genossenschaften,  Zünften  und  Gilden  bis  zu  der  ungeheuren  Fülle
der  modernen  Organisationen,  in  denen  immer  häufiger  die  wirtschaftliche ­
  Tendenz  auch  dann  hervortritt,  wenn  sie  ursprünglich  zu
anderen  als  wirtschaftlichen  Zwecken  ins  Leben  gerufen  wurden.
Eine  freie  Konkurrenz  in  dem  Sinne,  daß  alle  Individuen  untereinander ­
  in  Wettbewerb  stehen,  hat  es  nie  gegeben.  Auch  heute
ist  die  Konkurrenz  nur  in  dem  Sinne  frei,  daß  die  Behörden  nicht
mehr  durch  Preis-  und  Lohntaxen  regulierend  eingreifen,  weil  mit
der  Auflösung  der  mittelalterlichen  Stadtwirtschaft  die  Voraussetzungen ­
  hierfür,  besonders  die  Abgeschlossenheit  des  lokalen  Marktes,
weggefallen  sind.  An  die  Stelle  der  behördlich  regulierten  ist  in
der  neuesten  Zeit  eine  frei  organisierte  Konkurrenz  getreten.
Die  Organisation  erfolgt  in  der  heutigen  Zeit  nach  zwei  Gesichtspunkten, ­
  entweder  durch  dauernde  Vereinigungen,  wie  sie  auch
früher  üblich  waren,  oder  durch  vorübergehende  Verabredungen
(Koalitionen).  Die  dauernden  Vereinigungen  haben  sich  angesichts
des  rascheren  Wechsels  der  Marktverhältnisse  vielfach  als  unzureichend
erwiesen.  Die  Zwangsvereinigungen,  denen  durch  gesetzliche  Bestimmung ­
  alle  Angehörigen  bestimmter  Erwerbszweige  angehören
müssen  (Handelskammern  in  manchen  Ländern,  Handwerkerkammern,
Innungen  usw.),  werden  der  staatlichen  Aufsicht  unterstellt  und
können  eben  deshalb  ihren  Einfluß  auf  die  Marktverhältnisse  nicht
geltend  machen.  Die  freiwilligen  Vereinigungen  stoßen  zwar  nach
dieser  Richtung  nicht  auf  Hindernisse,  sind  aber  wegen  ihres