4.  Der  Gebrauchswert.

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sinkt,  so  daß  also  der  Volksreichtum,  der  im  inneren  Verkehre  nur
aus  Gebrauchswerten  besteht,  gehoben  wird.  Dabei  wird  übrigens
der  Reichtum  in  absolutem  Sinne  gefaßt  nach  dem  Ausspruche  von
Adam  Smith:  „Ein  Mann  ist  reich  oder  arm  je  nach  dem  Grade,
in  dem  er  sich  die  Bedürfnisse,  Annehmlichkeiten  und  Vergnügen
des  Lebens  beschaffen  kann."  Der  gewöhnliche  Sprachgebrauch
nimmt  aber  das  Wort  mehr  in  relativem  Sinne  und  bezeichnet  als
reich  dasjenige  Wirtschastssubjekt,  das  im  Rahmen  einer  bestimmten
Volkswirffchaft  über  mehr  Tauschwerte  verfügt  als  die  große  Masse
der  übrigen,  betrachtet  also  die  Vermögens-  und  Einkommensverteilung ­
  in  einem  Lande,  so  daß  also  die  Summe  von  Tauschwerten, ­
  die  in  einem  Lande  und  zu  einer  Zeit  als  Reichtum  gilt,
anderwärts  diese  Geltung  verlieren  kann.  Auch  eine  subjektive
Auffassung  ist  möglich,  indem  man  die  Summe  der  Tauschwerte  in
Beziehung  zum  Bedarf  setzt  und  jenen  als  reich  hinstellt,  der  mehr
besitzt  als  er  braucht.  Die  Ursache  des  Irrtums  der  klassischen
Nationalökonomie  lag  darin,  daß  Smith  und  nach  ihm
Ricardo  und  Say  das  ausschließliche  Mittel  des  Reichtums  in
der  Produktion  erblickten.  Die  Produktion  liefere  dadurch,  daß  sie
etwas  Tauschbares  erzeugt,  zugleich  die  Grundlage  der  Konsumtion.
Sie  haben  in  jedem  Kostenwert  auch  schon  einen  ungefähr  gleich
hohen  Tauschwert  und  Gebrauchswert  gesehen.  Jeder  dieser  Werte
entspringt  aber  aus  anderen  Verhältnissen,  eine  dauernde  Divergenz
ist  nicht  bloß  möglich,  sondern  gehört  zu  den  alltäglichen  Erscheinungen. ­
  Man  muß  daher  auch  zu  anderen  Resultaten  kommen,
wenn  man  den  Reichtum  des  einzelnen  mißt,  der  nur  aus  Tauschwerten ­
  besteht,  oder  den  Reichtum  des  Landes,  der  sich  aus  Gebrauchswerten ­
  zusammensetzt.  Es  ist  dies  prinzipiell  derselbe
Gegensatz,  der  in  der  Gegenüberstellung  von  Naturalwirtschaft  und
Verkehrswirtschaft  zum  Ausdruck  kommt.  Der  bloß  für  den  Eigenbedarf ­
  produzierende  Bauer  beurteilt  seinen  Reichtum  nach  den
Gebrauchswerten,  der  für  den  Verkauf  arbeitende  Gutsbesitzer
dagegen  nach  den  Tauschwerten.
Auf  einer  Verkennung  dieser  Tatsachen  beruhen  auch  die
üblichen  Berechnungen  des  Volksreichtums  oder  Volksvermögens.
Zu  diesem  werden  nach  Lexis^)  gerechnet:  „1.  Der  Gesamtwert
des  in  einem  Lande  vorhandenen  Bodens,  nach  den  gegenwärtig
mutmaßlich  zu  erzielenden  Preisen;  2.  der  Gesamtwert  aller  privaten

tz  Handwörterbuch  der  Staatswissenschaften.  3.  Aust.  Bd.  VIII,  S.  424.