1.  Übersicht  der  Werttheorien.

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sie  Arbeit  ersparen.  Infolge  seiner  offenkundigen  Produktivität
wurde  nun  auch  das  Kapital  zur  Erklärung  der  Wertbildung  herangezogen, ­
  so  daß  man  nun  von  Produktionskosten  oder  Kosten
schlechtweg  sprach,  die  sich  in  Arbeitsaufwand  und  Kapitalsaufwand
teilten.  Der  Wert  erhielt  dadurch  eine  innige  Verknüpfung  mit
dem  Sachgute,  in  welchem  sich  der  Aufwand  verkörperte,  die  von
dieser  Betrachtung  ausgehenden  Werttheorien  werden  daher  auch
als  objektivistische  bezeichnet.
Die  moderne  Volkswirtschaft  mit  ihrer  ungeheuren  Erweiterung
des  Rahmens,  innerhalb  dessen  sich  der  Güteraustausch  vollzieht,
brachte  wieder  eine  Umwälzung  in  den  Beziehungen  der  Käufer  und
Verkäufer.  Der  Produzent  wartet  nicht  mehr  aus  den  Konsumenten,
sondern  jagt  ihm  nach,  er  sucht  nicht  bloß  vorhandene  Bedürfnisse
zu  befriedigen,  sondern  neue  zu  schaffen,  weil  er  in  der  immer
schärferen  Konkurrenz  umso  leichter  bestehen  kann,  je  größer  der
von  ihm  eroberte  Markt  ist.  Früher  hatte  der  Produzent  das
Übergewicht,  der  sein  Erzeugnis  naturgemäß  nach  dem  taffächlichen
Aufwand  an  Arbeit  und  Kapital  schätzen  wird.  Heute  ist  aber
der  Konsument  der  wichtigere  Faktor,  denn  seiner  Wertschätzung
unterwirft  sich  der  Produzent,  indem  er  aus  technische  Mittel  sinnt,
um  mit  seinen  Produktionskosten  stets  unter  der  Grenze  seiner
Wertschätzung  zu  bleiben.  So  erklärt  es  sich,  daß  die  modernen
Werttheorien  den  Nutzen  in  den  Vordergrund  gestellt  haben,  die
deshalb  auch  subjektivistische  genannt  werden.
Unterdessen  haben  sich  aber  die  Ansätze  zu  einer  neuen  Gruppe
von  Theorien  gemehrt,  welche  unter  teilweiser  Benutzung  der
Forschungsergebnisse  der  vorerwähnten  Theorien  einen  Rahmen  zu
finden  und  auszufüllen  suchen,  innerhalb  dessen  das  wechselnde
Krästespiel  zwischen  Käufer  und  Verkäufer  zur  vollständigen  Darstellung ­
  gebracht  werden  kann.  Diesen  Rahmen  hat  die  Sprache
des  Kaufmanns  mit  den  Worten  Angebot  und  Nachfrage  ohnedies
geschaffen,  die  wissenschaftliche  Aufgabe  liegt  vielmehr  darin,  diesen
Begriffen  den  richtigen  Inhalt  zu  geben.  Die  Kosten  bilden  nur
ein  Element  des  Angebots  und  der  Nutzen  ist  nur  ein  Element
der  Nachfrage,  so  daß  die  anderen  Elemente  noch  aufzufinden  sind,
womit  aber  nicht  behauptet  werden  soll,  daß  sie  ans  jede  Ware
zu  jeder  Zeit  und  auf  jedem  Markte  wirksam  sind.  Die  theoretische ­
  Darstellung  soll  die  möglichen  Elemente  vorführen,  denn  die
Feststellung  der  tatsächlichen  Elemente  ist  nur  für  den  einzelnen
Fall  durchführbar.

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