2.  Die  Kostentheorien.

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nunmehr  der  Wert  einer  Sache  aus  der  Entschädigung  für  die
Arbeit  und  den  Anteilen  der  Grundbesitzer  und  Kapitalisten  zusammensetzt. ­

Die  erste  eingehendere  Untersuchung  widmete  dieser  Theorie
Ricardo  in  seinen  Pmlcip1e8  of  Political  Economy  and
Taxation  (1817,  Kap.  I).  Der  Tauschwert  sei  aus  zwei  verschiedene ­
  Ursachen  zurückzuführen:  die  Seltenheit  und  die  zu  ihrer
Beschaffung  notwendige  Arbeitsmenge.  Bei  einigen  Waren,  wie
hervorragenden  Gemälden,  alten  Münzen,  berühinten  Weinen,  sei
ausschließlich  die  Seltenheit  bestimmend.  Ihr  Wert  sei  unabhängig
von  der  Menge  der  zur  Herstellung  notwendigen  Arbeit  und  schwanke
nach  den  Verschiedenheiten  des  Reichtums  und  der  Neigungen
(varying  wealth  and  inclinations)  derjenigen,  die  sie  zu  besitzen
wünschen.  Das  seien  aber  nur  Ausnahmen.  In  der  Regel  richte
sich  auf  den  primitiven  Stufen  der  menschlichen  Gesellschaft  der
Tauschwert,  nämlich  das  Verhältnis,  in  welchem  eine  Menge  der
einen  Ware  gegen  eine  andere  getauscht  wird,  fast  ausschließlich
nach  der  relativen  Arbeitsmenge,  die  für  jede  aufgewendet  wurde.
In  einer  Polemik  gegen  Adam  Smith  stellt  er  ausdrücklich  fest,
daß  die  relative  Warenmenge,  welche  die  Arbeit  produziert,  ihren
gegenwärtigen  und  vergangenen  Wert  bestimmt  und  nicht  diejenige
relative  Warenmenge,  welche  dem  Arbeiter  im  Austausch  gegen  seine
Arbeit  gegeben  wird.  Die  Verschiedenheit  der  Qualität  der  Arbeit
komme  in  dem  absoluten  Werte  der  Waren  zum  Ausdruck,  sei  aber
ohne  Einfluß  auf  den  relativen  Wert,  weil  die  Geschicklichkeit  und
Arbeitsintensität  in  den  einzelnen  Produktionszweigen  immer  gleichmäßig ­
  wirksam  sind,  das  auf  dem  Markte  einmal  festgestellte  Wertverhältnis ­
  zwischen  der  Arbeit  des  qualifizierteren  Arbeiters,  z.  B.
des  Goldschmiedes,  und  des  gewöhnlichen  Arbeiters  also  nicht  mehr
verändert  wird.
Etwas  dunkel  blieb  die  Bedeutung,  welche  Ricardo  bei  der
Wertbildung  dem  Kapital  zuweist.  Wenn  wir  uns  aber  von  seiner
umständlichen  und  verworrenen  Darstellungsweffe  befreien  und
seinen  Jdeengang  sozusagen  in  die  moderne  Sprechweise  übersetzen,
so  können  wir  seine  Ansicht  etwa  folgendermaßen  klarlegen.  Der
Tauschwert  bezeichnet  nur  das  relative  Mengenverhältnis  verschiedener ­
  Waren,  also  z.  B.  1  Stück  Tuch  —  2  Stück  Leinwand,
denn  zum  Messen  des  absoluten  Wertes  fehlt  es  an  einem  unabänderlichen ­
  Maßstab;  man  kann  also  immer  nur  sagen,  was  Tuch
in  Leinwand  oder  Gold  oder  irgendeiner  anderen  Ware  wert  ist.