2.  Die  Kostcntheorien.

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Das  aufgewendete  Kapital  zerfällt  wieder  in  das  umlaufende,  mit
welchem  Arbeitslöhne,  Rohstoffe  und  andere  in  dem  betreffenden
Produktionsprozeß  vollständig  aufgebrauchte  Kapitalsgüter  bezahlt
werden,  und  in  stehendes,  das  auf  Maschinen,  Gebäude  und  andere
dauernd  in  Benutzung  stehende  Produktionsmittel  entfällt,  die  also
auf  den  einzelnen  Produktionsprozeß  nur  einen  Teil  ihres  Wertes
abgeben.  Entscheidend  für  die  weitere  Betrachtung  Ricardos  ist
nun  fein  Satz,  daß  sich  bei  gleichbleibender  Arbeitsmenge  und
infolge  dessen  gleichbleibendem  Werte  ein  einzelnes  Kostenelement
nur  unter  gleichzeitiger  Verschiebung  eines  anderen  Kostenelementes
verändern  kann.  Wenn  der  Arbeitslohn  steigt,  so  wird  dadurch
die  Arbeitsmenge  nicht  vergrößert,  sondern  nur  der  hierfür  notwendige ­
  Kapitalsaufwand.  Bei  gleichbleibender  Technik  des  Erzengungsprozeffes
  find  aber  nur  zwei  Kostenelemente  elastisch,
nämlich  der  Arbeitslohn  und  der  Unternehmergewinn;  der  Arbeitslohn ­
  kann  daher  nur  steigen  bei  gleichzeitigem  Fallen  des  Unternehmergewinnes ­
  und  umgekehrt.  Nun  ist  in  den  Kapitalsgütern
nicht  bloß  die  auf  ihre  Herstellung  verwendete  Arbeitsmenge,  sondern
auch  der  bei  ihrer  Erzeugung  erzielte  Unternehmergewinn  verkörpert
und  kapitalisiert.  Wenn  ein  Landwirt  und  ein  Maschinenfabrikant
je  lOöArbeiter  zu  50  £  jährlich  beschäftigen,  so  hat  jeder  einen
Kapitalsaufwand  von  5000  und  unter  Einrechnung  eines  Unternehmergewinnes ­
  von  10°/«  einen  Ertrag  von  5500  £.  Das  vom
Landwirt  gelieferte  Getreide  und  die  vom  Fabrikanten  gelieferte
Maschine  find  nun  in  gleicher  Weife  5500  £  wert.  Wenn  beide
in  einem  zweiten  Jahre  denselben  Kapitalsaufwand  vornehmen,  so
erzielen  sie  wieder  den  gleichen  Ertrag.  Nehmen  wir  nun  aber  an,
daß  der  Fabrikant  im  zweiten  Jahre  nicht  wieder  eine  Maschine,
sondern  mit  der  im  ersten  Jahre  hergestellten  Maschine  Tuch  herstellt, ­
  also  die  Arbeitsmenge  des  Vorjahres  als  Kapital  verwertet,
so  steckt  er  in  den  neuen  Produktionsprozeß  nicht  wie  der  Landwirt
bloß  5000,  der  feinen  Gewinn  von  500  ausgegeben  hat,  sondern
5500  £,  weil  in  dem  Kapitalsgut  der  Unternehmergewinn  des
ersten  Jahres  als  Kapital  mit  verwendet  wird.  Der  Unternehmergewinn ­
  des  Fabrikanten  im  zweiten  Jahre  muß  also  nicht  bloß  auf
die  in  der  Maschine  verkörperte  Arbeitsmenge  des  Vorjahres,  sondern
auch  auf  den  darin  enthaltenen  Unternehmergewinn  berechnet  werden.
Von  der  hierbei  doch  notwendigen  Mitwirkung  menschlicher  Arbeitskraft ­
  wird  der  Einfachheit  wegen  zunächst  abgesehen.  Der  Landwirt ­
  wird  daher  im  zweiten  Jahre  niit  einem  Kapitalsaufwand  von