5(5  II.  Die  Bestimmung  des  Wertes  nach  den  bisherigen  Theorien.
5000  £  wieder  Getreide  im  Werte  von  5500  produzieren,  der
Fabrikant  aber  muß  den  Unternehmergewinn  von  10°/«  auf  den
Gesamtwert  der  Maschine,  also  auf  5500  £  berechnen,  muß  also
das  Tuch  mit  5500  +  550  -----  6050  £  verkaufen.  Solange  nur
gleiches  und  gleichartiges,  nämlich  gleich  lange  dauerndes  Kapital
in  den  verschiedenen  Produktionsprozessen  mitwirkt,  kann  eine  Verschiedenheit ­
  in  den  relativen  Verhältnissen  der  Warenmengen  zu
einander,  also  im  Werte  derselben,  nicht  eintreten,  wohl  aber  dann,
wenn  bei  einer  verschiedenen  Aufteilung  von  stehendem  und  umlaufendem ­
  Kapital  Änderungen  im  Arbeitslöhne  vorkommen.  Durch
eine  Steigerung  des  Arbeitslohnes  wird  der  Unternehmergewinn
geschmälert,  z.  B.  von  10  aus  9  °o.  Dadurch  wird  sich  auch  der
Ausschlag,  der  in  dem  neuen  Produktionsprozesse  auf  das  aus  einem
früheren  Produktionsprozesse  stammende  Kapital  berechnet  werden
muß,  verringern.  In  dem  angeführten  Falle  wird  zwar  das  ohne
Maschine  produzierte  Getreide  wieder  gleich  5500  £  sein,  da  sich
hierbei  die  Erhöhung  des  Arbeitslohnes  und  die  Verminderung  des
Unternehmergewinnes  kompensieren.  Bei  dem  mit  Maschine  herhergestellten
  Tuch  wird  sich  aber  der  Wert  jetzt  ändern,  denn  der
Zuschlag  für  das  in  der  Maschine  investierte  Kapital  beträgt  in
dem  neuen  Produktionsprozesse  nicht  mehr  10,  sondern  nur  9°/o,
also  bloß  495  £,  so  daß  daher  das  Tuch  um  den  Preis  von
5500  -J-  495  =  5995  £  verkauft  werden  kann.  Aus  diese  Weise
fallen  die  Werte  in  jenen  Produktionszweigen,  in  denen  mehr
stehendes  Kapital  verwendet  wird,  in  ihrem  relativen  Werte  zu
jenen,  bei  denen  weniger  stehendes  Kapital  mitwirkt.  Die  Wirkung
dieser  Änderungen  könne  freilich,  so  meint  Ricardo  selbst,  keine
bedeutende  sein,  könne  6  bis  7°/o  nicht  übersteigen,  da  es  nicht
wahrscheinlich  ist,  daß  der  Unternehmergewinn  eine  über  diesen
Prozentsatz  hinausgehende  allgemeine  und  andauernde  Verminderung
erträgt.  Die  gleiche  Wirkung  werde  auch  erzielt  durch  die  ungleiche
Dauerhaftigkeit  des  Kapitals,  denn  je  weniger  dauerhaft  das
stehende  .Kapital  ist,  desto  ähnlicher  werde  es  dem  umlaufenden;
überhaupt  sei  die  Grenze  zwischen  beiden  keine  scharfe.  Bei  der
Produktion  mit  schnell  abgenutzten  Maschinen  würde  aus  die  Ware
ein  größerer  Arbeitsaufwand  übertragen,  daher  müsse  jede  Lohnsteigerung, ­
  oder  was  dasselbe  ist,  jede  Gewinnverminderung  den
relativen  Wert  derselben  steigern  und  umgekehrt.  Auch  die  Verschiedenheit ­
  in  der  Länge  des  Zeitraumes,  der  notwendig  ist,  um
eine  Ware  zu  Markte  zu  bringen,  beeinflusse  die  Wertschwankungen.